Titel: Verfahren, Glas und andere Körper zu versilbern, von John Cimeg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 5 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi03_5

Verfahren, Glas und andere Körper zu versilbern, von John Cimeg.

Um eine Glasplatte nach diesem Verfahren zu versilbern, wäscht man sie mit reinem Wasser, legt sie auf einen Tisch, und reibt sie mittelst Baumwolle zuerst mit destillirtem Wasser und dann mit einer Lösung von 1 Th. Seignettesalz (weinsteinsaurem Kali-Natron) in 200 Th. Wasser. Man benutzt darauf eine Silberlösung, welche auf die Art bereitet wird, daß man salpetersaures Silberoxyd nach und nach zu Ammoniak hinzufügt, bis ein brauner Niederschlag zu entstehen anfängt, und dann die Flüssigkeit filtrirt. Für jeden Quadratyard zu versilbernde Glasfläche benutzt man eine Quantität dieser Losung, welche 20 Grm. salpetersaures Silberoxyd enthält, vermischt dieselbe aber noch mit einer Lösung von 14 Grm. Seignettesalz, und fügt dann nöthigenfalls noch so viel Wasser hinzu, daß das Gewicht der gemischten Flüssigkeit 60 Grm. beträgt. Eine bis zwei Minuten nach der Bereitung dieser Flüssigkeit wird dieselbe trübe; man gießt sie dann sofort über die Glasplatte, welche vorher mit dem einen Rande höher gelegt ist, so daß sie eine Neigung von etwa 1 zu 40 hat. Die Flüssigkeit wird längs des oberen Randes auf die Platte gegossen, in der Art, daß sie gleichmäßig auf derselben |237| herunterfließt. Nachdem dieß geschehen ist, bringt man die Platte in eine horizontale Lage, und erhält sie bei einer Temperatur von 68° F. (20° C.). Das Silber beginnt nun in 2 Minuten sich auszuscheiden: vor Ablauf von 10 Minuten ist die Platte damit bedeckt, und nach 30 Minuten ist eine hinreichende Menge Silber auf derselben abgelagert, nämlich 2 Grm. Silber per Quadratyard, was für die meisten Zwecke ausreichend ist. Die Flüssigkeit wird dann von der Platte abgegossen und das darin enthaltene Silber wieder daraus abgeschieden. Die versilberte Glasfläche wird gewaschen, indem man 4 bis 5mal Wasser darauf gießt, worauf man sie hinstellt und trocken wergen läßt. Nach dem Trocknen wird sie mit einem Firniß überzogen, welcher aus 20 Th. Dammarharz, 5 Th. Asphalt, 5 Th. Gutta-percha und 75 Th. Benzin bereitet wird. Nach dem Trocknen dieses Firnisses kann der so erzeugte Glasspiegel eingerahmt und benutzt werden.

Nachdem eine Glasfläche in dieser Art versilbert worden ist, kann man auf galvanischem Wege die Silberschicht mit Kupfer überziehen; dieß geschieht jedoch nicht, wenn man ein versilbertes Glas haben will. Wenn aber Kupfer in beträchtlicher Dicke auf das Silber abgelagert wird, läßt sich dasselbe nachher als Platte von dem Glase ablösen (dieß geht leicht von Statten, wenn die Kupferschicht dick ist), und nimmt dabei das Silber mit sich. Auf diese Art kann man versilberte Kupferplatten herstellen. Das beschriebene Verfahren der Versilberung kann man auch benutzen, um galvanoplastische Formen leitend zu machen. Man kann das Silber auch vom Glase auf Papier, Gewebe etc. übertragen, indem man die versilberte Fläche mit einer Lösung von einem Th. Schellack in 6 bis 10 Th. Holzgeist überzieht, nach dem Trocknen dieses Ueberzuges eine Lösung von 1 Th. Leim in 6 bis 10 Th. Wasser darauf gießt, diesen Ueberzug gallertartig werden läßt, dann das Papier etc. darauf legt, das Ganze zusammenpreßt, trocken werden läßt, und endlich das Papier von der Glasfläche abzieht, wobei das Silber daran hängen bleibt. – Patentirt in England am 13. März 1861. (London Journal of arts, December 1861, S. 340; polytechnisches Centralblatt, 1862 S. 219.)

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