Titel: Ueber die zweckmäßigste Bereitungsweise des Binitronaphtalins; von L. Troost.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 9 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi03_9

Ueber die zweckmäßigste Bereitungsweise des Binitronaphtalins; von L. Troost.

Zur Gewinnung schöner Farbstoffe aus dem Binitronaphtalin unter Mitanwendung geeigneter Reductionsmittel ist die erste Bedingung die Reindarstellung des Binitronaphtalins. Der Verfasser bereitete dasselbe anfangs dadurch, daß Naphtalin nach und nach in rauchende Salpetersäure eingetragen wurde. Die Masse erhitzt sich dabei und entwickelt reichliche rothe Dämpfe. Außer diesem Uebelstande und einem erheblichen Säureverlust ist bei diesem Verfahren noch der Nachtheil, daß man Bi- und Trinitronaphtalin erhält, welches oft noch mit Nitronaphtalin vermischt ist, und daß man daher das Product nachher noch reinigen muß, z.B. durch Alkohol. Man erhält schon ein besseres Resultat, indem man die rauchende Salpetersäure nach und nach zum Naphtalin fließen läßt, welches in einem äußerlich abgekühlten Gefäße enthalten ist. Es entsteht dann weniger Trinitronaphtalin, aber man verliert noch viel Säure. Dieses Verfahren ist also ebenfalls technisch nicht geeignet, wogegen die folgende Methode durchaus empfohlen werden kann.

Man bereitet zunächst Nitronaphtalin, indem man das Naphtalin mit einer Mischung von gewöhnlicher und rauchender Salpetersäure von 44° B. behandelt, welche in einem abgekühlten Gefäße enthalten ist, so daß eine Erhitzung und die Entwickelung von salpetrigsauren Dämpfen vermieden wird. Die Säure, welche schon einmal benutzt worden ist, kann wieder brauchbar gemacht werden, indem man concentrirte Säure hinzufügt, so daß die Mischung wieder die hinreichende Stärke erlangt. Die krystallinische Masse, welche durch Einwirkung der Säure auf das Naphtalin in der Kälte erzeugt worden ist, läßt man abtropfen, und bringt sie dann in höchst concentrirte Salpetersäure von 50° B., die ebenfalls in einem abgekühlten Gefäße enthalten ist. Sie zertheilt sich hier wie gebrannter Kalk in Wasser und verwandelt sich in eine blaßgelbe krystallinische Masse, welche den ganzen Raum des Gefäßes ausfüllt. Diese Masse ist, wenn man die Mischung gut abgekühlt hat, reines Binitronaphtalin.

Die Salpetersäure von 50° B. muß eigens dargestellt werden, denn die rauchende Salpetersäure des Handels zeigt nur 48° B. und kann die stärkere Säure nicht ersetzen. (Aus dem Technologiste, durch polytechnisches Centralblatt, 1861, S. 1596.)

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