Titel: Versuche über die Wirkung der Oberflächencondensation; von J. P. Joule.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 1 (S. 312–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi04_1

Versuche über die Wirkung der Oberflächencondensation; von J. P. Joule.

Der Verf. leitete den Dampf bei seinen Versuchen in eine Röhre, gegen deren Außenfläche ein Strom kalten Wassers wirkte. Zu diesem Zwecke war die Dampfröhre mit einer weiteren, concentrischen Röhre umgeben, und der dadurch entstehende ringförmige Raum enthielt das Wasser. Die Dampfröhre stand an ihrem unteren Ende mit einem Reservoir in Verbindung, welches zur Aufnahme des Condensationswassers diente. Ein Quecksilbermanometer zeigte die Spannung im Versuchsapparate an. Der Verf. hatte vor Allem den Zweck, die Leitungsfähigkeit der Röhre unter verschiedenen Umständen zu untersuchen, und er legte hierfür die Thomson'sche Formel

C = w/a log. nat. V/v

|313|

zu Grunde, in welcher a die Oberfläche der Röhre in Quadratfußen, w die in einer Stunde vorbeigeleitete Quantität Wasser in Pfunden, und V und v die Differenzen zwischen den Temperaturen einerseits des Raumes im Innern der Dampfröhre und andererseits des Kühlwassers bei seinem Aus- und Eintritt bezeichnen. Die Versuchsresultate des Verf. sind im Wesentlichen folgende:

1) Die Spannung ist in allen Theilen des luftverdünnten Raumes nahezu dieselbe.

2) Es ist gleichgültig, in welcher Richtung gegen die des Dampfes und des Condensationswassers das Kühlwasser fließt.

3) Die Temperatur ist in allen Theilen des luftverdünnten Raums nahezu dieselbe.

4) Der Leitungswiderstand übt seinen Einfluß beinahe nur auf die Wasserschicht aus, welche äußerlich und innerlich mit der Röhrenwand in unmittelbarer Berührung sich befindet. Das Material der Röhre, sowie ihre Wanddicke, insofern sie innerhalb der gewöhnlichen Ausführungsgrenzen liegen, sind in Bezug auf den Leitungswiderstand ziemlich gleichgültig.

5) Die Leitungsfähigkeit wächst bis zu einer gewissen Grenze mit der Geschwindigkeit, mit welcher das Kühlwasser vorbeigeführt wird.

6) Die Leitungsfähigkeit kann für ein und dasselbe Wasserquantum im concentrischen Raume dadurch gesteigert werden, daß man demselben vermittelst eines schraubenförmig gewundenen Drahtes eine rotirende Bewegung giebt.

Schließlich berichtet der Verf. auch über die Wirkung der atmosphärischen Luft als Kühlmittel. Nach seinen Versuchen ist in diesem Falle die Leitungsfähigkeit eine sehr geringe, und er gelangt zu dem Schluße, daß die Anwendung der atmosphärischen Luft zur Condensation des Dampfes nur unter ganz besonderen Umständen möglich sey. (Mechanics Magazine), November 1861, S. 324; polytechnisches Centralblatt, 1862 S. 214.)

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