Titel: Ueber das Bleichen der Ziegenfelle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 10 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi04_10

Ueber das Bleichen der Ziegenfelle.

Dasselbe ist im Winter mittelst der Naturbleiche eine schwierige und lange dauernde Arbeit, die bedeutend abgekürzt werden kann, wenn man sich der chemischen Bleiche bedient. Man wendet dazu gewöhnlich die schweflige Säure an; aber ein besseres Resultat erzielt man bei hinreichender Vorsicht mittelst des unterchlorigsauren Natrons (Javell'sche Lauge), die bei genugsamer Verdünnung und völliger Neutralität die Felle in zwei Tagen völlig weiß bleicht. Diese Lauge bereite ich auf folgende Weise: 2 Pfd. Chlorkalk werden mit 20 Pfd. Wasser übergossen und einige Zeit unter öfterem Umrühren stehen gelassen, dann überläßt man das Ganze der Ruhe, und gießt die völlig klare Flüssigkeit mit einer Auflösung von 2 1/2 Pfd. Glaubersalz in 10 Pfd. Wasser zusammen; dabei entsteht Gyps, der sich unlöslich ausscheidet, während das unterchlorigsaure Natron aufgelöst bleibt. In die klar abgegossene Bleichflüssigkeit, welche von Kalk völlig frei seyn muß, werden die Felle gelegt, bis sie gebleicht sind, was in Zeit von zwei Tagen erfolgt. Nach dem Bleichen werden die Felle gespült, und, um denselben eine gewisse Geschmeidigkeit zu geben, durch ein schwaches, lauwarmes Seifenbad genommen, das aus weißer Oelseife bereitet wird. (Deutsche Industriezeitung, 1862, Nr. 7.)

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