Titel: Ueber die Verminderung der Dichte des Kupfers durch Bearbeitung; von Ch. O. Neill.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 4 (S. 314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi04_4

Ueber die Verminderung der Dichte des Kupfers durch Bearbeitung; von Ch. O. Neill.

Aus mehreren Versuchsreihen, welche mit bestem käuflichen Walzkupfer angestellt wurden, geht hervor, daß die Dichte des Kupfers nicht, wie man erwarten sollte, durch Auswalzen vermehrt, sondern vermindert wird. Zur ersten Reihe wurden 10 Stück Kupferblech von 3/16 Zoll Stärke und dem Gewichte von 250 bis 320 Grains mit einer Kniehebelpresse bearbeitet, jedes Stück erhielt 50 Schläge. Die mittlere Dichte des Kupfers war vorher zu 8,879 bestimmt, nach dem Hämmern betrug sie nur 8,855. Es war eine Verminderung um 0,025 eingetreten. Die so bearbeiteten Kupferstücke wurden hierauf in einem mit Sand gefüllten Gefäße ausgeglühet und langsam erkalten gelassen. Nachdem das Metall von der Oxydhaut befreit war, betrug die Dichte desselben 8,884, also hat eine Zunahme der Dichte um 0,029, verglichen mit der der gehämmerten Stücke, stattgefunden.

Eine zweite Versuchsreihe, mit großer Sorgfalt ausgeführt, bestätigt die Resultate der ersten. Zehn Stück Kupferbleche von einer anderen Kupfersorte hatten eine mittlere Dichte von 8,998; sie wurden mit derselben Maschine bearbeitet, zeigten darauf eine Dichte von 8,878, also eine Verminderung um 0,020. Nach dem Ausglühen zwischen Holzkohlen stieg die Dichte wieder auf 8,896.

Die dritte Versuchsreihe wurde mit einer Kupferstange ausgeführt; die anfängliche Dichte von 8,885 wurde auf 8,867 vermindert.

Der Verfasser ist der Ansicht, daß eine Relation besteht zwischen der beobachteten Erscheinung (der Ausdehnung) und der durch das Hämmern entwickelten Wärme; er hält es für möglich, daß diese Ausdehnung durch die Wärme, welche beim Bearbeiten frei wird, erfolgt, die Molecüle dann in dem Zustande, in den sie hierdurch versetzt wurden, verharren. (Mechanics' Magazine, März 1861, S. 179; Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure Bd. VI S. 60.)

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