Titel: Ueber das Leimen des Papiers; von Fr. Liesching.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 9 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi04_9
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Ueber das Leimen des Papiers; von Fr. Liesching.

Wie ich mich aus Versuchen, welche in einer der besteingerichteten schottischen Papierfabriken vor etwa sechs Jahren im Großen angestellt waren, selbst zu überzeugen Gelegenheit hatte, ist es nicht gleichgültig, ob man beim Leimen des Druckpapiers im Zeuge mittelst Harzleim und Alaun die Papiermasse zuerst mit der Alaunlösung und dann mit der Harzlösung oder mit der vorher gemischten Lösung von Alaun und Harzseife mengt. Das Letztere war das in der genannten Fabrik beobachtete Verfahren, als die angestellten Versuche auf's Bestimmteste zeigten, daß durch vorausgehende Mischung der Papiermasse mit Alaunlösung und nachherigem Zusatz der Harzseife eine weit bessere Leimung erzielt wurde, was sofort den Fabrikanten veranlaßte, sein bisheriges Verfahren dahin abzuändern.

Es scheint demnach auch hier wie in der Färberei von Vortheil zu seyn, daß man dem Alaun erst Zeit gebe, in das Innere der Faser einzudringen, ehe man ihn durch Zusatz eines Fällungsmittels unlöslich macht, indem in diesem Falle eine innigere Verbindung mit der Faser stattfindet.

Was die Darstellung des Harzleims betrifft, so wurde in jener Fabrik eine Lösung von calcinirter Soda, die vorher durch Kochen mit Kalkmilch caustisch gemacht worden war, zum Auflösen des Harzes (Colophoniums) verwendet.

Sollte in unseren Papierfabriken der oben erwähnte Punkt nicht bereits Berücksichtigung gefunden haben, so dürften einige Versuche in dieser Richtung zu empfehlen seyn. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1862, Nr. 7.)

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