Titel: Ueber Vertilgung der Schaben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 14 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi05_14
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Ueber Vertilgung der Schaben.

Die Vertilgung der Schaben, dieser unheimlichen Gäste, welche in so mancher Wohnung, besonders der Küche, zu Milliarden sich einnisten und mit rapider Schnelligkeit sich vermehren, bietet nicht geringe Schwierigkeiten. Die als wirksam empfohlenen Mittel, Hinstreuen von pulverisirtem Borax, Bepinseln der Schlupfwinkel mit Chlorkalklösung, helfen wenig. Selbst das Radicalmittel, brennender Schwefel, in solchen Räumen, z.B. unter dem Feuerherd, die verschlossen werden können, scheint die Thiere nur zu betäuben, aber nicht zu tödten, denn am nächsten Tage sind sie alle wieder da; ja eine Hausfrau erzählte mir, daß sich unter den am andern Tage wieder erschienenen, munter umherlaufenden, einige von der Schwefelung weiß gebleichte befanden.

Ein wirklich radicales Mittel aber bietet das bekannte Insectenpulver, auf zweckmäßige Weise applicirt. Diese zweckmäßige Weise, eine recht sinnreiche neuere Erfindung, besteht in der Anwendung eines kleinen Blasebalgs (Püsters), mittelst dessen man das Insectenpulver in die Schlupfwinkel der Thiere hineinbläst. Wie die Bewohner einer Stadt bei einem Erdbeben stürzen sie in wilder Flucht aus ihren Löchern, und können so mit leichter Mühe zertreten werden, was jedenfalls sicherer ist, als sie der tödtlichen Nachwirkung des Pulvers zu überlassen, die natürlich bei den weniger getroffenen ausbleibt. Wem das Zertreten von Tausenden unschuldiger Thiere widersteht, der fege sie, da sie halb gelähmt ihrer Bewegungen nicht mächtig sind, mit einem Handbesen zusammen, schütte sie in ein Gefäß und tödte sie durch Aufstreuen von Insectenpulver oder auf sonst beliebige Art.

Textabbildung Bd. 163, S. 400

Der Haupttheil des Apparates, außer dem Püster, besteht in einer kleinen Blechkapsel nach vorstehender Skizze: a die Düse des Püsters, b die mit einem Kork zu verschließende Oeffnung zum Einschütten des Insectenpulvers, c das Ausströmungsrohr, d ein durchlöcherter Boden, auf welchem das Insectenpulver liegt.

Erste Bedingung ist natürlich ein gutes, nicht durch längere Aufbewahrung in einer Papiertüte verdorbenes Insectenpulver. (Monatsblatt des hannoverschen Gewerbevereins, 1861, Nr. 11.)

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