Titel: Giftfreies Ultramaringelb.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 9 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi05_9

Giftfreies Ultramaringelb.

Eine bisher wenig gebräuchliche Farbe, die man sonderbarer Weise Ultramaringelb genannt hat, kommt in einer Verpackung in den Handel, welche die ausdrückliche Bezeichnung „giftfrei“ trägt. In Folge dieser Bezeichnung ist sie auch zum Färben von Conditorwaaren verwendet worden, die dann aber gar nicht unbedenkliche Gesundheitsstörungen hervorgerufen haben, da diese Farbe durchaus nicht giftfrei, sondern entschieden schädlich ist. Sie besteht nämlich aus chromsaurem Baryt und chromsaurem Kalk, ist also |398| zwar nicht, wie die bisher gebräuchlichen gelben Chromfarben (chromsaures Bleioxyd und chromsaures Zinkoxyd), wirklich giftig, die chromsauren Salze sind aber als solche, nicht bloß in Folge Metallgehalts, absolut schädlich, und um so schädlicher, je leichter löslich sie sind. Die fragliche Farbe ist aber schon in Wasser etwas, in den schwächsten Säuren leicht löslich, sie kann daher leicht schädlicher werden als das schwer lösliche Chromblei. Die Bezeichnung dieser Farbe als giftfrei ist also nicht gerechtfertigt und ihre Verwendung zum Färben von Eßwaaren durchaus unstatthaft. (Verhandlungen des nieder-österreichischen Gewerbevereins.)

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