Titel: Liqueur-Filtrirmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 14 (S. 466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi06_14

Liqueur-Filtrirmaschine.

Bei der Bereitung von Branntwein aus Sprit und bei der Fabrication von Liqueuren ist es ein Uebelstand, daß die nothwendigen Durchfiltrirungen entweder zu langsam oder zu unvollkommen und nicht klar genug, oft auch, weil mit offenen oder nicht sorgfältig verschlossenen Gefäßen gearbeitet wird, mit Verlust an Alkohol erfolgen. Diesen Nachtheilen hilft die Filtrirmaschine ab, welche der Maschinenbauer Oscar Kropf in Nordhausen erfunden hat. Dieselbe ist außerordentlich einfach. Sie besteht aus einer Luftpumpe und aus zwei hölzernen Gefäßen. Das eine der Gefäße enthält die Flüssigkeit, welche filtrirt werden soll, das andere empfängt das Filtrat. Das eigentliche Filtrirgefäß ist mit einem doppelten und durchlöcherten Boden versehen, auf welchem geeignete Filzdecken liegen, und darüber steht die Flüssigkeit, welche filtrirt werden soll. Der Raum unter dem Boden, worin sich das Filtrat sammelt, wird durch die Luftpumpe fast luftleer gemacht, und dadurch der Durchgang der Flüssigkeit durch den Filtrirboden beschleunigt, zugleich hebt die Luftpumpe das Filtrat in das andere Gefäß, worin es aufbewahrt werden soll. Die Maschine nimmt wenige Quadratfuß ein, ist transportabel, und beansprucht nicht mehr Arbeitsaufwand, als eine gewöhnliche Handwasserpumpe. Die Leistungen sind sehr vortheilhaft: in 6 bis 8 Minuten werden, je nach der Größe des Apparates, 50 bis 200 Maaß filtrirt, und die Liqueure zeichnen sich durch Klarheit und Reinheit aus. Der Erfinder fertigt drei Sorten an, deren Preise frei ab Nordhausen folgende sind:

Nr. 1 mit Gefäßen von 213 Maaß Inhalt, in 6–8 Minuten filtrirend, 60 Thlr. (105 fl.)

Nr. 2 mit Gefäßen von 106 Maaß Inhalt, in 6–8 Minuten filtrirend, 46 Thlr. (80 fl. 30 kr.)

Nr. 3 mit Gefäßen von 53 Maaß Inhalt, in 6–8 Minuten filtrirend, 34 Thlr. (59 fl. 30 kr.)

In Nordhausen allein sind bereits 36 solcher Filtrir-Vorrichtungen im Gange, und die einleuchtende Zweckmäßigkeit derselben macht es vielleicht den vielen und zum Theil umfänglichen Destillir-Anstalten wünschenswerth, dieser Hülfsmaschine ihre Aufmerksamkeit zu schenken. (Der Kaufmann.)

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