Titel: Ueber den Puddelproceß mit Cupolofenbetrieb in der Hermannshütte bei Hörde, von Daelen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 2 (S. 460)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi06_2

Ueber den Puddelproceß mit Cupolofenbetrieb in der Hermannshütte bei Hörde, von Daelen.

Zehn in einer Reihe liegende Puddelöfen werden in der Weise aus zwei Cupolöfen mit flüssigem Roheisen gespeist, daß dasselbe auf einem Schienenweg über die Oefen gefahren und durch einen im Gewölbe angebrachten Trichter aus feuerfestem Material auf den Herd ausgegossen wird. Die Vortheile, welche man gegen das frühere Verfahren hierbei erreicht, sind: a) Verbesserung des Roheisens. Während beim gewöhnlichen Puddelbetriebe zur Erzeugung eines feinkörnigen, gute Fabricate liefernden Puddeleisens das Hörder Kohksroheisen eines bedeutenden Zusatzes von angekauftem Holzkohlenroheisen bedurfte und beim Einschmelzen beider im Puddelofen eine verschiedene Schmelzung und Gährung eintrat, so ist man im Stande im Cupolofen aus einem größeren Quantum Hörder Kohksroheisen und einer geringeren Menge Holzkohlenroheisen ein Material zu erzielen, welches bei seiner gleichartigen Natur auch gleichmäßig frischt. b) Verminderung des Brennmaterials und der Arbeitslöhne. Drei Puddelöfen mit Cupolofen produciren eben so viel Eisen, wie fünf Oefen beim gewöhnlichen Betriebe, und braucht man deßhalb per 1000 Pfund Luppenstäbe nur 3/5 des früheren Steinkohlenverbrauchs und spart im Ganzen etwa 25 Proc. Brennmaterial. 1000 Pfd. Luppenstäbe kommen jetzt um 10 Sgr. 2 Pf. an Arbeitslöhnen niedriger zu stehen. Während beim alten Verfahren der Puddelofen beim Einschmelzen besonders hohe Temperatur erhalten mußte, so kann jetzt, da diese Periode wegfällt, eine gleichmäßigere Temperatur darin herrschen, in Folge dessen der Herd und namentlich Gußtheile geschont werden. Die Gesammtersparniß an Betriebsausgaben würde an 15 Proc. betragen. (Berggeist, 1861.)

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