Titel: Darstellung von Cementkupfer mittelst Eisenschwamm.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 3 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi06_3

Darstellung von Cementkupfer mittelst Eisenschwamm.

Nach einer Mittheilung des Hrn. Stalsberg hat sich Ad. Aas zu Thydal in Norwegen neuerlich ein Verfahren patentiren lassen, aus kupferhaltigen Lösungen das |461| Kupfer durch Eisenschwamm auszufällen. Schwefelkiese mit wenig Kupferkies und höchstens 2 bis 3 Proc. Kupfer werden geröstet, die Kerne von der oxydischen Kruste getrennt, letztere ausgelaugt, dann zu grobem Pulver zerkleinert, mit etwas Kohlenklein vermengt und mittelst Generatorgasen reducirt, wobei schwammförmiges Eisen entsteht, welches das Kupfer aus der ein wenig erwärmten Lösung rasch fällt. Zur Herstellung des Eisenschwamms bedarf es nur ein wenig Brennmaterial, und der Preis des ersteren ist weit niedriger, als der des Roheisens. Zur Fällung von 100 Pfd. Cementkupfer mit einigen 30 Proc. Kupfer braucht man das 2 1/2 bis 3fache Gewicht Eisenschwamm.

Dieses Verfahren hat vor der Sinding'schen Methode der Kupferfällung durch Schwefelwasserstoffgas zu Foldal den Vorzug, daß dasselbe wohlfeiler ist und dabei das immer schwierige Zugutemachen des präcipitirten Schwefelkupfers vermieden wird. Letzteres geschieht auf die Weise, daß man vom Schwefelkupfer im lufttrocknen Zustande den freien Schwefel abdestillirt und den Rückstand mit schwachgeröstetem Kies im Schachtofen auf Stein und diesen auf Schwarzkupfer verschmilzt, oder das vom freien Schwefel befreite Schwefelkupfer für sich auf Stein durchsticht, diesen röstet und mit todtgebranntem gewöhnlichen Erzrohstein auf Schwarzkupfer durchsetzt. Der von dem Schwefelkupfer allein erfolgende reiche Stein läßt sich nur schwer rösten und veranlaßt beim weiteren Verarbeiten größere Kupferverluste.

Es sollen zu Foldal vergleichende Versuche mit dem Aas'schen und dem Sinding'schen Verfahren angestellt werden. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1862, Nr. 3.)

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