Titel: Ueber Reinigung des Kupfervitriols vom Eisen; von Dr. Sauerwein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 8 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi06_8

Ueber Reinigung des Kupfervitriols vom Eisen; von Dr. Sauerwein.

Nach einer von A. Bacco im Moniteur industriel (polytechn. Journal Bd. CLXII S. 316) mitgetheilten Methode eisenhaltigen Kupfervitriol vom Eisen zu reinigen, genügt es hierzu die Lösung desselben mit kohlensaurem Kupferoxyd zu vermischen. Das kohlensaure Kupferoxyd soll durch Fällen eines Theiles der Kupferlösung mit kohlensaurem Natron und gehöriges Auswaschen des Niederschlages dargestellt und in breiförmigem |463| Zustande verwendet werden. Durch das kohlensaure Kupferoxyd soll alles Eisen, selbst das als Oxydul vorhandene, niedergeschlagen werden.

Nach angestellten Versuchen kann ich die Methode an und für sich, namentlich in Bezug auf den zuletzt erwähnten Umstand, daß auch das als Oxydul vorhandene Eisen gefällt werde, nicht empfehlen. Behandelt man eine Lösung von Kupfervitriol, die schwefelsaures Eisenoxydul enthält (ohne vorherige Oxydation des letztern mit etwas Salpetersäure oder Chlor) mit kohlensaurem Kupferoxyd: so ist ein längeres Stehen an der Luft erforderlich, damit sich das Eisenoxydul in Eisenoxyd umwandle, oder diese Umwandlung geht auch wohl auf Kosten des Sauerstoffes im Kupferoxyd, welches dadurch zu Oxydul reducirt wird, vor sich, wie mir scheint. Ich behandelte eine säure- und oxydfreie Eisenvitriollösung mit reinem kohlensauren Kupferoxyd: beim Zusammenbringen beider entwickelte sich Kohlensäure und der Niederschlag wurde bräunlichgelb, beim Kochen roth. Er enthielt neben Eisenoxyd viel Kupferoxydul, und Kupfer war in Lösung gekommen. Diese Auflösung des Kupfers beruht natürlich darauf, daß das Kupferoxyd eine stärkere Basis ist, als das Eisenoxyd, und dieß konnte sich, wie gesagt, nur auf Kosten von Sauerstoff aus einem anderen Theile des Kupferoxyds gebildet haben. Sey dem, wie es will, so muß ich doch sagen, daß die völlige Abscheidung des Eisenoxyduls nach obigem Verfahren viel weitläufiger ist, als wenn man das Eisenoxydulsalz, wenn solches im Kupfervitriol vorhanden, durch Kochen der Lösung mit etwas Salpetersäure oder Einleiten von etwas Chlor in die Lösung (Zusatz von etwas Chlorkalklösung) vollständig in Oxydsalz überführt, und dann mit kohlensaurem Kupferoxyd oder auch Kupferoxyd die Lösung behandelt. Diese Methode ist als weit einfacher zu empfehlen; das Eisenoxyd wird aus seiner Lösung durch kohlensaures Kupferoxyd oder Kupferoxyd sehr bald gefällt. (Monatsblatt des hannoverschen Gewerbevereins, 1861, Nr. 12.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: