Titel: Ueber die Zusammensetzung von Legirungen für die Handformen und Compositions-Rackeln der Zeugdruckereien; von E. Lenssen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 9 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi06_9

Ueber die Zusammensetzung von Legirungen für die Handformen und Compositions-Rackeln der Zeugdruckereien; von E. Lenssen.

In den Zeugdruckereien verwendet man schon seit einigen Jahren beim Handdruck zur Herstellung der Formen eine leichtflüssige Metalllegirung. Man sticht nämlich das auszuführende Muster in Holz (als Matrize) ein, und erzeugt durch Abdruck mit der erwähnten Legirung die Druckform (als Patrize). Die folgende Analyse bezieht sich auf eine Legirung, wie sie in den Druckereien Mülhausens im Elsaß vielfach benutzt wird:

Wismuth 10,15
Zinn 57,23
Blei 31,15
––––––
98,53*

Von einem Dresdener Hause wird eine besondere Art von Compositions-Rackeln in den Handel gebracht, welche sich durch eine bedeutende Elasticität auszeichnen, auch beim Walzendruck durch die Farben wenig angegriffen werden, selbst wenn diese stark ätzend sind. Diese Rackeln bilden eine Legirung von messinggelber Farbe, bedeutender Härte und großer Federkraft. Beim Umschmelzen zeigt diese Legirung das Eigenthümliche, eine Masse von zinnweißer Farbe zu liefern, die außerordentlich spröde ist. Dieses sonderbare Verhalten veranlaßte mich, die Legirung einer Untersuchung zu unterwerfen. Die Analyse ergab in 100 Theilen:

Zinn 4,93
Zink 9,78
Kupfer 85,79
––––––
100,50

Bei der Anfertigung scheint das Verhältniß von 1 Th. Zinn, 2 Th. Zink und 17 Th. Kupfer eingehalten zu seyn. Durch ein geeignetes rasches Ablöschen scheint die Legirung in den hämmerbaren Zustand übergeführt, zugleich auch die dunklere Farbe derselben entstanden zu seyn. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXV S. 98.)

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Man vergl. polytechn. Journal Bd. CXXIII S. 472.

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