Titel: Gebrannte Thonerde als Klärmittel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 10 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi01_10

Gebrannte Thonerde als Klärmittel.

Die Thonerde klärt nicht nur in der Form von Thonerdehydrat sondern auch gebrannt als Ziegelmehl auf das Vollkommenste Wein, Bier, Essig u. dergl. Als die zweckmäßigsten Präparirmethoden derselben zu diesem Zweck gibt Lüdersdorff folgende an: man zerstößt kalkfreie Ziegelstücke, am besten also gut gebrannte Dachziegel oder noch besser Scherben von Blumentöpfen oder unglasirtem Topfgeschirr überhaupt, in einem Mörser zu Pulver, übergießt dieß mit reinem Wasser, läßt es etwa eine Stunde damit in Berührung, gießt dann das überstehende Wasser mit den feinen noch darin vertheilten staubartigen Thontheilchen ab, und ersetzt es durch frisches. Nach derselben Zeit wird auch dieses abgelassen, und das Ziegelmehl getrocknet, wonach es zum Gebrauche vollkommen geeignet ist. Von diesem präparirten Ziegelmehle schüttet man nun in die |77| zu klärende Flüssigkeit, je nachdem sie mehr oder weniger trübe ist mehr oder weniger, nach und nach hinein (für 1 preuß. Oxhoft Wein etwa 2 bis 3 Pfund), arbeitet dieselbe tüchtig damit durch, gerade wie bei anderen Klärmitteln und läßt nun die Flüssigkeit in Ruhe. Ist sie nach 24 Stunden noch sehr trübe, so arbeitet man sie abermals mit dem größtentheils niedergefallenen Ziegelmehle durch und wartet darauf die, in einigen Tagen erfolgende, vollkommene Klärung ab. Beim Klären des Weins ist bei Anwendung dieses Mittels von dem sonst in Masse sich bildenden Trufe nicht die Rede, und nur so viel geht vom Weine verloren, als die sehr geringe Menge des Ziegelmehls einsaugt. Will man eine augenblickliche Klarung haben und erlauben es die Umstände, so filtrirt man die, mit dem Ziegelmehl gemengten Flüssigkeiten. Sie gehen unter Beihülfe dieses Mittels auf das Leichteste durch das Filter, selbst schleimige, wie Bier, und dickflüssige Liqueure. (Fechner's Hauslexikon, Bd. IV S. 695.)

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