Titel: Verfahren zum Färben des Kautschuks, von Thorel und Fabre.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 11 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi01_11

Verfahren zum Färben des Kautschuks, von Thorel und Fabre.

Dieses Verfahren, welches den Genannten am 28. Febr. 1860 in Frankreich patentirt wurde, ist auf jede Sorte von Kautschuk, mag dasselbe vulcanisirt oder mit Zinkweiß etc. vermischt seyn, anwendbar. Man macht eine Lösung von Kautschuk, und zwar von der mit dem Namen Para bezeichneten Sorte, in rectificirtem Terpentinöl und vermischt diese Lösung mit feinem Zinkweiß (blanc de neige). Das zu färbende Kautschuk erhält zunächst einen hinreichend dicken Ueberzug von dieser Mischung. Wenn dieser Ueberzug trocken geworden ist, bringt man die Farben darauf an, welche mit rectificirtem Terpenthinöl abgerieben sind. Um diese Anbringung zu erleichtern und die Farben elastisch zu machen, so daß sie keine Unterbrechung zeigen, wenn die Kautschukstücke nachher gedehnt werden, fügt man eine Lösung von Kautschuk in rectificirtem Terpenthinöl in angemessener Menge hinzu. Nachdem die Farben getrocknet sind, überzieht man sie mit zwei starken Schichten derselben Kautschuklösung, womit die Operation beendigt ist.

Der erste, das Zinkweiß enthaltende Ueberzug hat zum Zweck, die schädliche Wirkung des Schwefels, welcher gewöhnlich den Farben schadet, zu verhüten und zu bewirken, daß letztere gut an dem Kautschuk haften; der letzte die Farben deckende Ueberzug soll dazu dienen, diese ganz unschädlich zu machen.

Kautschuk, welches keinen Schwefel enthält oder vorher durch Lavendelöl oder rectificirtes Terpenthinöl entschwefelt worden ist, überzieht man zunächst mit Kautschuklösung ohne Farbstoff und verfährt nachher weiter in der angegebenen Art.

Um auf dem Kautschuk abgestufte Farben zu erhalten, gibt man demselben, mag es vulcanisirt seyn oder nicht, zunächst zwei Ueberzüge von der Lösung des Kautschuks in rectificirtem Terpenthinöl und bringt nachher die Farben, die man in Ammoniak aufgelöst hatte, trocken darauf an, worauf man zuletzt wieder zwei Ueberzüge der mehrerwähnten Kautschuklösung gibt.

Die nach diesem Verfahren hergestellten Farben lassen sich mit dem Kautschuk ausdehnen, ohne Unterbrechungen zu zeigen oder sich abzulösen. (Armengaud's Génie industriel, November 1861, S. 247.)

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