Titel: Hausenblasenabgüsse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 6 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi02_6

Hausenblasenabgüsse.

Die Hausenblase eignet sich zum Abguß nur für sehr flache, metallene Gegenstände. Um z.B. Münzen auf diese Art abzugießen, braucht man, wenn man sich mit einem verkehrten oder vertieften Abdrucke begnügen will, gar keine Form, indem die Hausenblase, geklopft, in kleine Stücke zerschnitten, mit Wasser oder Branntwein übergossen und in diesem in gelinder Wärme aufgelöst, nach dem Durchseihen eine Flüssigkeit gibt, welche warm auf eine blanke Münze gestrichen, bald trocknet und von selbst abspringt, oder, indem man den Rand mit einer Nadel umfährt, leicht losgelöst werden kann. So dargestellte Abdrücke sind hornhart, äußerst leicht und dünn. Um dickere Abgüsse zu erhalten (welche auch als Formen zum Einguß von Gyps oder Wachs dienen können), versieht man die Münze mit einem Rande oder fertigt eine Stanniolform an, und gießt die Hausenblasenlösung ein. Die Hausenblase kann auch zur Färbung der Abgüsse beliebig mit Saftfarben oder mit Abkochungen von Farbhölzern gefärbt werden. Auf ähnliche Weise kann man auch mit Hausenblase Copien von gestochenen Kupferplatten nehmen, deren Züge vor dem Auftragen der Hausenblasenlösung mit einer feinen Deckfarbe angefüllt werden können, welche sich an den Abguß anheftet, auf welche Weise man namentlich durchsichtige (meist rothgefärbte) Heiligenbilder zu verfertigen pflegt.

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