Titel: Ueber Berthier's Probe zur Bestimmung des Wärmeeffectes von Brennmaterialien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 2 (S. 233–234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi03_2
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Ueber Berthier's Probe zur Bestimmung des Wärmeeffectes von Brennmaterialien.

Bei Behandlung der Brennmaterialien mit Bleiglätte können nach Rivot's Docimasie nicht unbedeutende Fehler entstehen:

a) dadurch, daß die Brennstoffe bereits eine partielle Destillation erleiden, bevor eine Reduction der Glätte stattfindet. In solchem Falle, wie er bei unverkohlten Brennstoffen, namentlich Holz, Torf und Braunkohlen, weniger leicht bei Steinkohlen vorkommt, muß man den Brennstoff aufs Innigste mit der Glätte mengen und so rasch erhitzen, daß bei beginnender Destillation die Reduction des Bleies vor sich gehen kann, und als es das im Anfange entstehende Aufwallen zuläßt. Ganz zuverlässig ist indeß dieses Mittel bei Holz doch nicht, selbst wenn dasselbe mit einer sehr feinen Säge in feine Späne verwandelt ist. Droht beim Aufwallen der Inhalt des halb angefüllten Tiegels über die Ränder zu laufen, so muß man von Zeit zu Zeit den Deckel abnehmen. Ist es nach 5–6 Minuten vorbei, so gibt man scharfe Hellrothglühhitze. Zur Probe mengt man 1 Grm. Sägespäne mit 40 Grm. ganz reiner, frisch umgeschmolzener, gepulverter und dann durch ein Seidensieb geschlagener Bleiglätte, und deckt 15 Grm. Glättepulver darüber. Die Probe wird doppelt gemacht und bei einer Differenz über 1 Decigramm wiederholt. Die geschmolzene Glätte vom Entschlacken muß sorgfältig auf metallisches Blei untersucht werden.

b) Dadurch daß bei Anwendung eines Windofens die in demselben circulirenden Gase reducirend wirken. Man verhütet dieß möglichst dadurch, daß man große Kohlen nicht zu dicht auf einander legt, wobei überschüssige Luft in den Schmelzraum treten kann. Beim dichten Zusammenliegen der Kohlen bildet sich reducirend wirkendes Kohlenoxydgas. In Muffelöfen tritt dieser Uebelstand weniger leicht ein.

c) Durch Verflüchtigung von Blei und ungenügende Mengung des Brennstoffs mit Glätte. Zwei Könige können dem Gewichte nach übereinstimmen, aber doch bei Anwendung zu hoher Temperatur zu leicht seyn.

Durch sorgfältige Mengung von Brennmaterial und Glätte und richtige Leitung des Feuers ist man jedoch im Stande, die angeführten Fehlerquellen zu vermindern. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1862, Nr. 16.)

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