Titel: Beitrag zur Inductions-Telegraphie; von G. Hasler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 5 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi03_5

Beitrag zur Inductions-Telegraphie; von G. Hasler.

Schon seit einigen Jahren hat man sich mit der Vervollkommnung der Apparate zum Telegraphiren mit Inductionsströmen befaßt, da diese letztere in gewissen Fällen bedeutende Vortheile vor den gewöhnlichen Batterieströmen darbieten.

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Das einfachste derartige System, das auch schon auf einigen Telegraphenlinien einführt seyn soll, beruht auf der entgegengesetzten Wirkung, die der Oeffnungs-Inductionsstrom und der Schließungs-Inductionsstrom einer Batterie abwechselnd auf den Anker eines Magnetrelais ausüben.

Von beiden Strömen ist bekanntlich der Oeffnungsstrom der stärkere. Obiges System hat daher den Nachtheil, daß der Magnetanker des Relais durch ungleiche Kräfte angezogen und abgestoßen wird, was auf den regelmäßigen Gang des Relais störend einwirkt; und es kann natürlich nie der stärkere Inductionsstrom zur Anwendung kommen.

Hr. M. Hipp hat den genannten Uebelstand beseitigt, indem er einen Taster construirte, vermittelst dessen man mit dem stärkeren Oeffnungsstrom telegraphiren konnte. Es war somit ein großer Vortheil gewonnen, jedoch ließ auch diese Construction noch Manches zu wünschen übrig. Ein Nachtheil dieses Tasters besteht darin, daß die Batterie während der Correspondenz sowohl in der Schreiblage als in der Ruhelage des Tasters geschlossen bleibt, mit Ausnahme des Momentes, in welchem der Tasterhebel in Bewegung ist. Der Strom, der nur eine kurze Spirale dicken Drahtes durchläuft, muß daher schnell an Kraft abnehmen. Ferner können sich miteinander correspondirende Stationen bei diesem Systeme nicht willkürlich unterbrechen.

Hr. Telegraphist Stämpfli hat nun vor 6 Monaten einen Inductionstaster construirt, bei welchem auch diese letzteren Nachtheile wegfallen. Er hielt denselben unter Verschluß und machte aus seiner Erfindung ein Geheimniß. Die Möglichkeit war jedoch bewiesen, daß bei seinem neuen Systeme man 1) mit dem Oeffnungsstrome telegraphirte; 2) daß sich die correspondirenden Stationen nach Belieben unterbrechen konnten; 3) daß weder in der Ruhelage, noch in der Schreiblage des Tasters die Batterie geschlossen blieb.

Unsere Quelle enthält die chematische Zeichnung eines Inductionstasters, der die gleichen Bedingungen erfüllt, worauf wir die dafür sich interessirenden Techniker verweisen. (Mittheil. der naturforsch. Gesellschaft in Bern aus dem Jahr 1861, S. 152.)

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