Titel: Eichenholz, dem Ebenholz gleich schwarz zu färben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 7 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi03_7

Eichenholz, dem Ebenholz gleich schwarz zu färben.

Ein sehr gutes Mittel, Eichenholz dem Ebenholz gleich schwarz zu färben, findet sich in Böttger's polytechn. Notizblatt, 1862 Nr. 1, angegeben und verdient, hier mitgetheilt zu werden. Man verfährt dazu nach Vorschrift folgendermaßen:

„Das zu färbende Holz wird zwei bis drei Tage lang in eine mit warmem Wasser bereitete Alaunlösung gelegt, darauf aus der Lösung herausgenommen und mit einer Abkochung von Campecheholz, der etwas Indigcarmin zugesetzt wurde, bestrichen und getrocknet. Dann wird es mit einer, in heißem Essig bereiteten, Lösung von Grünspan kräftig eingerieben und die abwechselnde Behandlung mit Campecheholz-Decoct und Grünspanlösung so oft wiederholt, bis die tief schwarze Färbung des Holzes erfolgt ist. Zuletzt wird das Stück noch mit einem, mit Oel getränkten Lappen eingerieben, worauf es dem Ebenholz ähnlich erscheint.“

Ich bin nach dieser Vorschrift verfahren, und habe dabei ein sehr gutes Resultat erlangt, so daß ich sie empfehlen kann. Das Holz erlangt durch obige Behandlung eine sehr schöne schwarze Färbung, die bei auffallendem Licht etwas ins Bräunliche spielt.

Was die Mengenverhältnisse der anzuwendenden Materialien anbetrifft, so ist in der obigen Vorschrift nichts davon angegeben. Die Alaunlösung soll „mit warmem Wasser“ bereitet seyn; dieß soll wohl so diel heißen, daß sie eine völlig gesättigte seyn soll – wenigstens habe ich es so aufgefaßt und bin danach verfahren. Zum Ueberfluß habe ich die Lösung mit dem Holze auch in gelinder Wärme – nach Vorschrift zwei Tage – stehen lassen, was ja leicht geschehen kann. Ueber die Stärke des Decocts von Campecheholz ist ebenfalls nichts gesagt; ich kochte, bei obigem Versuche, 1 Theil Campecheholz mit 10 Theilen Wasser bis zur Hälfte ein. Statt des Indigcarmins, der im Wasser schwer löslich ist, setzte ich etwa 10 Tropfen Indigolösung zu, die durch Behandeln mit Kreide entsäuert war. Ein geringer Zusatz von Indigo mag ganz gut seyn; zu viel zuzusetzen muß man sich jedenfalls hüten, da dadurch die Farbe beeinträchtigt werden würde. Auch muß man, wenn man die gewöhnliche Indigolösung anwenden will, dieselbe vorher entsäuern, was ja leicht mit Kreide geschehen kann. Ist die Lösung sauer, so wird das Decoct und natürlich auch das Holz roth gefärbt. Als Grünspanlösung wandte ich ebenfalls eine gesättigte an.

Das Mitgetheilte möge als Vervollständigung obiger Vorschrift dienen, da sonst leicht Ungewißheit seyn könnte, wie viel man von den angegebenen Materialien nöthig hat. Dr. Sauerwein. (Monatsblatt des hannoverschen Gewerbevereins, 1863, Nr. 1.)

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