Titel: Kupfererze von Kalk, Magnesia und den übrigen alkalischen Erden durch Abstammen und Schlämmen zu reinigen; von Dr. Wenzel Porth und Emil Porth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 4 (S. 314–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi04_4
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Kupfererze von Kalk, Magnesia und den übrigen alkalischen Erden durch Abstammen und Schlämmen zu reinigen; von Dr. Wenzel Porth und Emil Porth.

Die Kupfersanderze, sowie die geschieferten Kupfererze, welche zum großen Theil aus Malachit, Kupferlasur und Kupferschwärze bestehen, enthalten alle mehr oder weniger Kalk und Magnesia, und nicht selten sehen wir auch die übrigen alkalischen Erden oft in bedeutender Menge auftreten. Dieser große Kalkgehalt war es nun, welcher ein unmittelbares Auslaugen durch Schwefelsäure, wie es bisher üblich, und wobei eine bedeutende Menge der Säure zur Sättigung des kohlensauren Kalks verwendet werden mußte, höchst kostspielig, ja nicht selten unausführbar machte. Dieß war es, was die HHrn. Porth veranlaßte, das bisherige Verfahren aufzugeben, und die Erze vor ihrer weiteren Verarbeitung vorerst zu glühen.

Diese Methode gründet sich auf die Eigenthümlichkeit des kohlensauren Kalkes, schon in mäßiger Glühhitze seine Kohlensäure zu verlieren, und sich in Aetzkalk (gebrannten Kalk) zu verwandeln, der seinerseits sich in Wasser theilweise löst, und vermöge seines geringen specifischen Gewichts längere Zeit suspendirt bleibt (Kalkmilch).

Zu diesem Zwecke werden die Kupfererze in wallnußgroße Stücke zerschlagen und in einem Flammen- oder Schachtofen geglüht, wobei aller kohlensaure Kalk in Aetzkalk, und der Malachit und Kupferlasur in Kupferoxyd, und zum Theil in metallisches Kupfer umgewandelt werden. Hierauf werden die Erze aus dem Ofen genommen und mit Wasser angerührt, wobei der Kalk und die übrigen Erden längere Zeit in der Flüssigkeit vertheilt bleiben, während die specifisch schweren Kupfererze zu Boden sinken, und auf diese Weise durch Schlämmen leicht getrennt werden können.

Das Waschen mit Wasser wird bis zur vollständigen Entfernung des Kalks fortgesetzt, und die so gereinigten Erze zu Cementkupfer oder Kupfervitriol in der hinlänglich bekannten Weise verarbeitet. (Stamm's illustrirte Zeitschrift, 1862, Nr. 1.)

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