Titel: Technische Verwendung des Schwefelkieses im Departement du Gard; von de Ricqlès.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 6 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi04_6

Technische Verwendung des Schwefelkieses im Departement du Gard; von de Ricqlès.

Außer zur Darstellung von Eisenvitriol und Schwefel dient dieser Schwefelkies ganz besonders zur Darstellung von englischer Schwefelsäure, wie auch an anderen Orten (man s. polytechn. Journal Bd. CLIV S. 181). Derselbe wird zu diesem Zwecke in Nußgröße zerschlagen, wie Steinkohle auf einem Rost verbrannt und die schweflige Säure in Bleikammern geleitet. Das Erzklein röstet man in Muffeln, die von Kohlenkläre erhitzt werden. Die dabei entwickelte schweflige Säure geht in dieselben Bleikammern. Die Kiese enthalten 38–48 Proc. Schwefel, wovon man nur 30 Proc. gewinnt. Dennoch kommt davon die Tonne Schwefel in Marseille nur auf 83–86 Fr., während sicilianischer Schwefel 200–220 Fr. kostet.

Mit der Darstellung der Schwefelsäure aus Kiesen sind zwar einige Uebelstände verbunden: die Qualität ist etwas geringer, als bei Anwendung von Schwefel, sie enthält immer etwas Arsen, man braucht mehr Salpeter und die Apparate halten nicht so lange; aber dennoch ist andererseits der Vortheil so groß, daß alle diese Uebelstände reichlich aufgewogen werden.

Man erhält mit 10,000 Kilogr. Schwefelkies, 330 bis 340 Kilogr. Natronsalpeter und 1550 bis 1580 Kilogr. Steinkohlen: 9500 Kilogr. Schwefelsäure von 66° Baumé, oder ein Ausbringen von 31 Proc. Schwefel bei einem Gehalt von 40–42 Proc. der Probe nach.

Man bestimmt den Schwefel im Schwefelkies auf die Weise, daß man 1 Grm. davon mit 4 Grm. chlorsaurem Kali mengt und tropfenweise Salpetersäure zusetzt. Nach erfolgter Lösung wird filtrirt, die Flüssigkeit auf etwa 20 Kubikcentimeter verdünnt und mit Chlorbaryumlösung titrirt, indem 38,15 Grm. Chlorbaryum 5 Grm. Schwefel fällen. Die Normallösung erhält man, wenn 38,15 Grm. Chlorbaryum in destillirtem Wasser zu 1 Liter = 1000 Kub. C. aufgelöst werden, wo dann jeder Kubikcentimeter 5/1000 = 1/2 Proc. Schwefel fällt. Das Reactionsende wird daran erkannt, daß kein Niederschlag mehr kommt und ein Tropfen der Probeflüssigkeit in Schwefelsäure gethan, eine schwache Trübung hervorbringt. (Bulletin de la Société de l'Industrie minérale, t. VI p. 645; berg- und hüttenmännische Zeitung, 1862, Nr. 13.)

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