Titel: Vorschlag zur Beseitigung der Traubenkrankheit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 9 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi04_9

Vorschlag zur Beseitigung der Traubenkrankheit.

Der gewöhnliche Schwefel enthält bekanntlich stets etwas Arsenik; doch wird seit mehreren Jahren auch arsenikfreier in den Handel gebracht und namentlich zum Schwefeln der Weine und des Hopfens empfohlen. Indessen fragt es sich, ob nicht gerade der, wenn auch geringe Arsenikgehalt, eine Hauptursache der Wirksamkeit des Schwefels gegen Insecten und Parasitenpflanzen (z.B. gegen das Oïdium der Weintrauben) ist. Wenigstens wollen Weinhändler bemerkt haben, daß arsenikfreier Schwefel den Wein weniger gegen Kochen und Sauerwerden schützt, als gewöhnlicher. Bei dieser Gelegenheit verdient |318| in Erinnerung gebracht zu werden, daß das schon längst bekannte Mittel Insecten von Bäumen abzuhalten, wahrscheinlich mit größerem Vortheil als das Bestreuen mit Schweifet auch bei Weinstöcken angewandt werden könnte. Es besteht bekanntlich darin, ein Loch bis auf das Mark des Baumes zu bohren, um etwas gestoßenen Schwefel oder Quecksilber hineinzubringen. Es entfernen sich alle Insecten von diesem Baum. Indem man diesen Versuch 1) mit gewöhnlichem Schwefel; 2) mit vollkommen arsenikfreiem; 3) mit einem Minimum Arsenik macht, könnte man auch am ersten entscheiden, ob der Schwefel allein oder der Arsenik der wirksame Theil ist.

J. C. Leuchs.

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