Titel: Verfahren, beim Bedrucken des Kattuns das Muster auf beiden Seiten entstehen zu lassen; von G. Davies.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 8 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi05_8

Verfahren, beim Bedrucken des Kattuns das Muster auf beiden Seiten entstehen zu lassen; von G. Davies.

Die dem Genannten am 29. December 1860 als Mittheilung in England patentirte Erfindung betrifft ein Verfahren beim Bedrucken von Kattun mittelst Walzen das Muster an beiden Seiten des Gewebes entstehen zu lassen (impression sans envers), ohne daß die zweite Seite direct bedruckt wird. Man benutzt dabei eine gewöhnliche Walzendruckmaschine mit 2 Walzen, die ebenso angebracht sind, wie für den Druck mit zwei Farben, nur mit dem Unterschiede, daß die zweite Walze nicht gravirt, sondern |397| bloß mit Bimsstein abgerieben ist und nicht in einem Trog mit Farbe, sondern in einem Behälter mit Wasser, Gummiwasser oder irgend einer anderen Flüssigkeit, welche im Stande ist, die durch den ersten Cylinder dem Gewebe mitgetheilte Farbe schwach zu befeuchten und das capillare Durchdringen derselben durch die Poren des Gewebes zu befördern, sich umdreht. Bei Anwendung dieser Vorrichtung geht der Kattun zunächst zwischen der Preßwalze und der gravirten Druckwalze hindurch, und wird dabei von der letzteren in gewöhnlicher Manier bedruckt; er geht darauf zwischen der Preßwalze und der zweiten Walze hindurch, wobei die aufgedruckte Farbe durch die kleine Menge Flüssigkeit welche dieser Walze anhängt, schwach befeuchtet und zugleich durch den zwischen den beiden Walzen stattfindenden starken Druck genöthigt wird, zum Theil durch das Gewebe hindurch zu gehen, so daß das Muster auch an der anderen Seite zum Vorschein kommt. Man erhält also nach diesem Verfahren ein Product, welches keine Rückseite hat, sondern das Muster auf beiden Seiten gleich vollkommen darbietet (?). Wenn man nach diesem Verfahren ein schattirtes Muster hervorbringen will, so wird die zweite Walze gravirt, und zwar in solcher Art, daß diejenigen Partieen des Musters welche an der oberen Seite des Gewebes am dunkelsten werden sollen, auf der zweiten Walze vertieften Stellen entsprechen, woraus folgt, daß bloß die übrigen Partieen des Musters den Druck erleiden und folglich nur hier hauptsächlich die Farbe durch das Gewebe hindurch geht, mithin an beiden Seiten ein schattirtes Muster entsteht.

Dieses Verfahren ist anwendbar, mag eine wirkliche Farbe, oder eine Reservage oder Aetzbeize aufgedruckt werden. Bei demselben werden die gewöhnlichen Farben etc. benutzt; nur muß man dafür sorgen, daß dieselben sich in Bezug auf Löslichkeit und Verdickung in dem geeigneten Zustande befinden. (Deutsche Musterzeitung, 1862, Nr. 5.).

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