Titel: Das Bleichen des Schellacks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 9 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi05_9

Das Bleichen des Schellacks.

Zum Poliren von hellfarbigem Holze, wie Ahorn-, Pappel- und Lindenholz, ist die eigenthümlich braune Farbe des rohen Schellacks störend, selbst wenn man die hellste Sorte dieses Harzes auswählt. Für solche Fälle wendet man gebleichten Schellack an. Leider hat aber das Bleichen des Schellacks seine eigenthümlichen Schwierigkeiten, um ein in jeder Beziehung unverändertes Product zu erhalten; denn einmal gelingt dasselbe nur unvollständig, ein anderesmal wird der Schellack durch die Bleichmittel chemisch verändert und gibt eine spröde Politur. Letzteres ist stets der Fall, sobald man Chlor in irgend einer Gestalt oder Verbindung zu diesem Bleichen verwendet hat. Ein solcher Schellack eignet sich nicht zur Politur auf Holzarbeiten, welche Metalleinlegungen enthalten, denn letztere werden durch die kleinsten Mengen Chlor, welche stets am Schellack zurückbleiben, blind und unansehnlich. Ein in dieser Beziehung fehlerfreies Product erhält man durch Behandeln einer weingeistigen Schellacklösung mit Thierkohle, was am zweckmäßigsten folgendermaßen ausgeführt werden kann: Der rohe Schellack wird in 90procentigem Weingeiste aufgelöst und so viel gekörnte Knochenkohle zugesetzt, daß ein dünner Brei entsteht; dann setzt man die Mischung mehrere Tage den directen Sonnenstrahlen aus, schüttelt öfters um und filtrirt nach völliger Bleichung durch Papier. (Deutsche Industriezeitung, 1862, Nr. 18.)

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