Titel: Verfahren bei der Fabrication von Papier aus Holz; von C. H. Barne und C. M. J. Blondel in Nantes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 5 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi06_5

Verfahren bei der Fabrication von Papier aus Holz; von C. H. Barne und C. M. J. Blondel in Nantes.

Wenn man Holz mit Salpetersäure übergießt, so färbt es sich gelb, es tritt eine Erhitzung ein, und es entwickeln sich gelbrothe Dämpfe von salpetriger Säure. Diese Erscheinungen rühren davon her, daß die inkrustirende Substanz des Hohes durch die Salpetersäure oxydirt wird. Um die Einwirkung zu mäßigen und unnützen Säureverlust zu verhüten, läßt man die Salpetersäure am besten auf das vorher mit Wasser befeuchtete Holz wirken. Indem die Salpetersäure die inkrustirende Substanz nach und nach zerstört, werden die Fasern des Holzes weich und biegsamer. Da die Säure der Holzmasse durch Waschen mit bloßem Wasser nicht vollständig entzogen werden kann und außerdem auch möglichst wieder gewonnen werden muß, so behandelt man das Holz nachher mit Sodalösung, wobei das Natron sich mit der Salpetersäure verbindet und die Flüssigkeit zugleich eine braune Farbe annimmt. Man trennt diese Flüssigkeit durch Auspressen aus dem Holze, dampft sie ab und gewinnt aus dem Rückstande durch Destillation mit Schwefelsäure die Salpetersäure wieder. Der Faserstoff des Holzes wird durch diese |465| Behandlung von inkrustirenden Materien und überhaupt von allen fremdartigen Stoffen gänzlich befreit. Man wäscht ihn mit Wasser, bleicht ihn mit Chlorkalklösung und unterwirft ihn in gewöhnlicher Manier der Papierfabrication. Die Reinigung der Holzfaser durch Salpetersäure erfolgt nur langsam, geht aber schneller von statten, wenn man Wärme dabei anwendet. (Aus dem Technologiste, Februar 1862, S. 247; durch polytechnisches Centralblatt, 1862 S. 622.)

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