Titel: Verwendung von phosphorsaurem Kalke zur Papierfabrication, nach Richardson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 6 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi06_6

Verwendung von phosphorsaurem Kalke zur Papierfabrication, nach Richardson.

Man hat bereits mancherlei Zusätze zum Papiere vorgeschlagen, um dasselbe weißer oder fester zu machen oder sein Gewicht zu vermehren. Richardson bringt zu diesem Zwecke phosphorsauren Kalk entweder für sich allein oder mit schwefligsaurem Kalke, welcher als Antichlor wirken soll, vermischt in Vorschlag. Man löst phosphorsauren Kalk in schwefliger Säure und verdampft entweder die Flüssigkeit oder schlägt durch Erhitzen oder durch Zusatz von Kalkmilch oder von kohlensaurem Alkali den phosphorsauren Kalk daraus nieder, welchen man auf diese Art als ein höchst feines weißes Pulver erhält. Dieses Pulver wird von der Flüssigkeit abgesondert, getrocknet und dem Papierzeuge beigemischt, wodurch das Papier ein schönes perlartiges Ansehen erhält. Wenn die Operation in der Papierfabrik selbst ausgeführt wird, braucht man den phosphorsauren Kalk nicht vorher abzusondern und zu trocknen. Als Rohmaterial, welches man in der schwefligen Säure auflöst, kann man Knochen anwenden, wobei sich nach Richardson auch ein Theil des Knorpels auflöst. Die Lösung gießt man nach beendetem Auswaschen der Lumpenmasse in den Halbzeug-Holländer und setzt, nachdem das Material zu Halbzeug zertheilt ist, die zum Niederschlagen des phosphorsauren Kalks erforderliche Substanz hinzu. Das Papier muß in diesem Falle an der Luft getrocknet werden, weil die Trockencylinder den Leim verderben würden. Man kann auch beim Leimen des fertigen Papiers dem dazu anzuwendenden, auf 35 bis 400° C. erwärmten Leimwasser phosphorsauren Kalk hinzufügen. Zusatz von Alaun ist in diesem Falle überflüssig und die schweflige Säure wirkt darauf hin, den Leim zu conserviren.

Das so behandelte Papier besitzt eine glatte elfenbeinartige Oberfläche, und ist viel weißer als das gewöhnliche Papier, während seine Festigkeit keine Verringerung erlitten hat. (Aus dem Technologiste, Januar 1862, S. 190; durch das polytechnische Centralblatt, 1862 S. 558.)

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