Titel: Ueber Gallussäure im Bündner Rothwein und Löslichkeit des Traubenfarbstoffes; von R. Th. Simmler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 164/Miszelle 9 (S. 466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj164/mi164mi06_9

Ueber Gallussäure im Bündner Rothwein und Löslichkeit des Traubenfarbstoffes; von R. Th. Simmler.

Da es mir öfter vorgekommen, daß ich Weine auf Aechtheit in Farbe, Weingeistgehalt etc. zu prüfen hatte, so theile ich hier einige Erfahrungen mit.

Gallussäure ist bis jetzt in keinem Weine aufgefunden worden; Mulder hält es indeß für sehr wahrscheinlich, daß sie darin vorkomme.

Es ist nicht schwer Gallussäure in den Bündner Rothweinen sehr deutlich nachzuweisen.

Aus 100 Kub. Centim. Wein wurde die Gerbsäure mit Fischleim entfernt, dann das Filtrat mit Wasser verdünnt, bis die Farbe hell genug war, um eine Veränderung zu erkennen, jetzt Eisenchlorid zugesetzt. Es entstand eine grünbraune Färbung, die bei stärkerer Verdünnung an der Luft stehend, allmählich violett wurde und schließlich schwarzblaue Flocken fallen ließ. Bei der hiesigen Weinbereitungsmethode, nach welcher der junge Wein Wochen ja Monate lang auf den Trestern so zu sagen offen liegen bleibt, wäre es schwer zu begreifen, wie da nicht Gallussäure durch Zersetzung der Gerbsäure mit in den Wein kommen sollte.

Scheidet man aus Wein nach Mulder's Methode den blauen Traubenfarbstoff ab, was ich oft gethan habe, so findet man, daß dieses Traubenblau, welches in dünnen Schichten auf einem Uhrglase schön irisirt, wie in der Traube selbst, auch in den sogenannten Fruchtäthern (wenigstens in essigsaurem und buttersaurem Aethyloxyd) etwas, mit violetter fast rein blauen Farbe löslich ist und durch Verdunsten derselben wieder im ursprünglichen Zustande erhalten werden kann. Ammoniak macht es erst grün und zerstört es dann zu einer braunen Substanz. (Poggendorff's Annalen der Physik und Chemie, Bd. CXV S. 617.)

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