Titel: Dampfheizungen von verzinntem Eisenblech.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 165/Miszelle 2 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj165/mi165mi01_2

Dampfheizungen von verzinntem Eisenblech.

Die Anlagekosten der Dampfheizungen kann man dadurch sehr vermindern, daß man zu den Rohrleitungen verzinntes Eisenblech statt des bisher durchgängig üblichen Kupferbleches verwendet. Man nimmt starke Tafeln von verzinntem Eisenblech, welche eine solche Größe haben, daß sie ohne Beschneidung sofort Stöße von 4 1/2'' württ. (13 Centimeter) Durchmesser geben und löthet eine angemessene Anzahl derartiger Stöße zu einem Rohre von 12–14' Länge zusammen. Der beim Aufstellen der Rohrleitung nach Oben zu legende Ueberfall muß ziemlich stark genommen und nicht gefalzt, sondern gut gelöthet werden. Um etwaige Beschädigungen einzelner Röhren schnell beseitigen zu können, ist es vortheilhaft, dieselben durchgängig in gleicher Länge anzufertigen und dann durch geschmiedete Flantschen mit Packung und Schrauben zu verbinden. Die dadurch entstehenden Mehrkosten sind sehr unbedeutend im Vergleich zu dem großen Vortheil, |76| daß man stets ein Rohr von derselben Länge vorräthig halten und dasselbe schnell einsetzen kann, im Fall an einer Stelle eine Reparatur nöthig werden sollte. Um den Rohren eine größere Dauer zu geben, werden sie vor der Zusammensetzung mit einer Mischung aus Mennige und Leinölfirniß inwendig gut ausgestrichen und äußerlich mit einer dünnen Lage schwarzen Lacks oder schwarzer Oelfarbe versehen.

Der laufende Fuß einer derartigen Rohrleitung wird in Leipzig einschließlich Aufstellung, aber ohne die Hähne, Einströmungsrohre, Flantschen u.s.w. für 45 kr. angefertigt, während eine Kupferrohrleitung von demselben Durchmesser über 2 fl. per laufenden Fuß, mithin fast dreimal theurer zu stehen käme.

Ueber die Haltbarkeit und Dauer des Materials liegen befriedigende Zeugnisse aus einer Buchdruckerei in Leipzig vor, wo solche Rohre seit acht Jahren in Gebrauch sind und sich während dieser Zeit vollkommen gut erhalten haben. Als weiterer Beweis für die Dauer des verzinnten Eisenbleches dürfte noch anzuführen seyn, daß man seit mehreren Jahren die Cylinder der Dampftrockenmaschinen ebenfalls aus diesem Material und nicht mehr, wie früher, aus Kupferblech anfertigt. Diese Cylinder haben viel mehr auszuhalten, als die Röhren einer Dampfheizung, sie können nicht mit dem gegen äußere Einflüsse schützenden Ueberzug versehen werden und halten sich doch ebenso gut wie die Kupferblechcylinder. (Nach der deutschen Gewerbezeitung, 1862, Nr. 10.)

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