Titel: Ueber Gewinnung des Rubidiums aus dem Lepidolith und der Potasche; von Prof. Erdmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 165/Miszelle 4 (S. 314–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj165/mi165mi04_4

Ueber Gewinnung des Rubidiums aus dem Lepidolith und der Potasche; von Prof. Erdmann.

Die Rückstände von der Bereitung des Lithions aus dem Lepidolith, welche R. Bunsen (s. S. 287 in diesem Heft) aus der Mineralwasser-Anstalt des Hrn. Dr. Struve in Dresden erhielt, fand derselbe überaus reich an Rubidium, und es enthielten dieselben 19,75 Proc. Chlorrubidium und daneben auch etwas Cäsium. Indessen sind diese Rückstände sehr ungleich zusammengesetzt. Ich erhielt aus 3 Kilogr. von solchen nur wenige Gramme Chlorrubidium und eine sehr kleine Menge Chlorcäsium. Nach einer mir von Hrn. Dr. Struve gemachten Mittheilung ist bei Aufschließung des Lepidoliths, von welchem diese Rückstände stammten, die Temperatur höher als früher gehalten und das Rubidium dabei wahrscheinlich verflüchtigt worden.

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Als ein überall leicht zugängliches, wenn auch nicht sehr reichhaltiges Material für die Gewinnung von Rubidium kann die Potasche dienen. Mehrere Sorten von Potasche, sind in meinem Laboratorium in Bezug auf einen Gehalt an Rubidium untersucht worden, und zwar ungarische, illyrische, deutsche und russische. Sie enthielten sämmtlich Rubidium, und zwar anscheinend eben so viel, als sich in einer gemischten Tabakasche fand. In allen diesen Potaschen konnte auch Lithion leicht nachgewiesen werden, dagegen kein Cäsium.

Zur Gewinnung des Rubidiums sättigt man die Potasche mit Salzsäure, dampft ab, um den größten Theil des Chlorkaliums auskrystallisiren zu lassen und fällt die Mutterlauge mit Platinchlorid. Den Niederschlag kocht man wiederholt mit kleinen Mengen Wasser aus, bis bei Prüfung einer Probe des ungelöst bleibenden Theils mittelst des Spectralapparats die Rubidiumlinien, besonders die doppelte violette neben den Kalilinien deutlich erscheinen. Man reducirt dann das Platindoppelsalz durch gelindes Erhitzen im Wasserstoffstrome, zieht das kalihaltige Chlorrubidium mit heißem Wasser aus, fällt die Lösung aufs Neue in der Siedhitze mit Platinchlorid, gießt die Flüssigkeit noch warm von dem Niederschlage ab und wiederholt die Reduction desselben und die Fällung mit Platinchlorid in der Wärme so oft, bis das Platindoppelsalz, oder besser das daraus abgeschiedene Chlorid, bei der Prüfung mit dem Spectralapparate nur noch die Rubidiumlinien ohne die Kaliumlinien zeigt. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXVI S. 254.)

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