Titel: Bleichen des Pockholzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 165/Miszelle 12 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj165/mi165mi05_12

Bleichen des Pockholzes.

Das Pock- oder Guajacholz ist bekanntlich das grünlichbraune Kernholz des Guajacbaumes, dessen Heimath das mittlere Amerika ist. Das Holz ist sehr fest und schwer, mit Harztheilen durchdrungen und von großer, fast metallartiger Härte, so daß es selbst Axt und Säge abstumpft. Gerade diese Härte macht es geeignet zu Maschinentheilen, Walzen, Rollen, Kegelkugeln und anderen Gegenständen, die einer großen Abnutzung ausgesetzt sind. Obgleich das Pockholz in seinem natürlichen Zustande durch die Politur ein nettes |398| Ansehen erhält, so wurde der Berichterstatter doch veranlaßt, Versuche anzustellen, um das Holz zu bleichen. In Folge deren nun wird nachstehendes Verfahren als das geeignetste empfohlen. Um das Pockholz zu bleichen, muß die Entfernung des Harzes vorausgehen. Dieß bewirkt man durch eine nicht zu starke Kali- oder Natronlauge, in welche das Holz einige Stunden gelegt wird. Dann wird es mit Wasser abgespült und nun erst der bleichenden Wirkung der schwefligen Säure ausgesetzt. Zu diesem Behufe legt man das Holz in salzsäurehaltiges Wasser (1 Theil Salzsäure auf 8 Theile Wasser), zu welchem man ungefähr 6 Proc. schwefligsaures Natron hinzugefügt hat. In dieser Flüssigkeit, welche sich in einem bedeckten Gefäße befindet, bleibt das Holz 24 Stunden liegen, oder überhaupt so lange, bis es gebleicht ist. Ganz weiß wird das Holz übrigens nicht, eine etwas gelbliche Farbe behält es stets, nimmt aber durch Poliren ein schönes Ansehen an. Da das Bleichen nicht durch die ganze Masse des Holzes hindurch stattfindet, wie sich's hier von selbst versteht, so müssen stets die schon fertigen Gegenstände aus Pockholz diesem Bleichprocesse unterworfen, und dann erst polirt werden. Uebrigens soll man nur eine verdünnte Lauge anwenden, da eine starke Lauge das Holz leicht rissig macht. (Sächsische Industriezeitung.)

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