Titel: Leder für Pferdegeschirr.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 168/Miszelle 13 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj168/mi168mi03_13

Leder für Pferdegeschirr.

Die k. k. General-Militär-Gestüts-Inspection in Wien stellte an die dortige Gewerbekammer die Anfrage, ob sich nach der qualitativen Beschaffenheit des Blankleders eine zu dem höheren Preise der aus diesem Materiale angefertigten Pferderequisiten im richtigen Verhältniß stehende längere Dauerhaftigkeit derselben gegenüber jenen aus Alaunleder herausstelle, und um wie viele Procente Blankleder besser sey als Alaunleder? Auf Grundlage eines Gutachtens des Kammerrathes Frankl wurden die gestellten Fragen in Folgendem beantwortet: Obgleich die aus Blankleder erzeugten Pferderequisiten in der Regel um mindestens 20 Procent höher zu stehen kommen, als die gleichen Sorten von Alaunleder, so ist der Preis des ersteren mit Rücksicht auf die Qualität doch nur als ein scheinbar höherer zu bezeichnen, weßhalb eben die Verwendung der aus Blankleder erzeugten Sorten zu empfehlen ist. Das Alaunleder hat nämlich bei weitem nicht jene Haltbarkeit wie das Blankleder, und es ist eine bekannte Thatsache, daß, wenn das Alaunleder der Nässe (beispielsweise einem länger anhaltenden Regen) ausgesetzt ist, selbes sich erweicht und hiedurch dehnbar wird, wodurch bei dem Anziehen der Pferde der Zugriemen ausgedehnt und so die Kraftanwendung für die in Bewegung zu setzende Last abgeschwächt wird. Es wird deßhalb insbesondere bei Fuhrwesens- und Artillerie-Bespannungen, überhaupt wo eine größere Kraftanstrengung nöthig ist, immer das Blankleder dem Alaunleder unbedingt vorzuziehen seyn. Wenn auch nach dem eben Gesagten die aus Alaunleder erzeugten Pferderequisiten billiger zu stehen kommen, so wäre dieß doch nur scheinbar eine Ersparniß, da die aus Blankleder erzeugten Sorten nahezu die doppelte Gebrauchsdauer als jene von Alaunleder haben, und somit auch um 20 bis 30 Proc. und darüber mehr werth sind. (Austria, Nr. 5, S. 82.)

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