Titel: Ueber ein vanadinhaltiges Bohnerz aus der Grube „Bartelszeche,“ unweit Salzgitter; von Prof. Dr. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 168/Miszelle 2 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj168/mi168mi05_2
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Ueber ein vanadinhaltiges Bohnerz aus der Grube „Bartelszeche,“ unweit Salzgitter; von Prof. Dr. Böttger.

In allen von mir bis jetzt untersuchten, unter dem Namen „Bohnerze“ bekannten Eisensteinen habe ich ohne alle Ausnahme einen Vanadingehalt nachweisen können, und zwar in einer verhältnißmäßig größeren Menge, als dieß bisher geschehen, wenn ich das betreffende Material in fein gepulvertem Zustande, statt mit Aetznatron (nach der Angabe Deville's) oder mit Salpeter (nach der Angabe Wöhler's), vielmehr mit einem Gemische von beiden eine kurze Zeit lang der Rothglühhitze aussetzte. Auf diese Weise konnte ich Bohnerze von den verschiedensten Fundorten, insofern deren Hauptmasse aus Eisenoxydhydrat, Thonerde und Kieselsäure bestand, mit großer Leichtigkeit aufschließen. Laugt man die geglühte Masse mit siedendem Wasser aus, versetzt dann das Filtrat vorsichtig, so, daß dasselbe eine schwache alkalische Reaction beibehält, mit reiner, Untersalpetersäurefreier Salpetersäure, so scheidet sich der größte Theil der Thonerde und der Kieselsäure ab. Fügt man hierauf zu der abermals filtrirten, in den meisten Fällen hellgelb aussehenden Flüssigkeit eine Auflösung von salpetersaurem Baryt, so sondert sich unlöslicher vanadinsaurer Baryt ab, aus welchem dann durch Digestion mit verdünnter Schwefelsäure u.s.w. auf bekannte Weise die Vanadiusäure oder vanadinsaure Salze mit Leichtigkeit zu gewinnen sind.

Auf solche Weise verfahren, habe ich ein aus der Grube „Bartelszeche,“ unweit Salzgitter, stammendes Bohnerz als ziemlich vanadinreich erkannt, weßhalb ich nicht unterlassen mag, auf den Fundort dieses interessanten Minerals meine Collegen aufmerksam zu machen. Bekanntlich pflegt das aus Bohnerzen gewonnene Eisen sich durch besondere Güte auszuzeichnen; ob dieß nun daher kommt, daß solche Erze meistens frei von Schwefel- und Phosphorverbindungen sind, oder ob vielleicht der Vanadingehalt diese Güte bedinge, darüber wage ich nicht zu entscheiden. (Jahresbericht des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. für das Rechnungsjahr 1861–1862.)

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