Titel: Ueber die Bereitung von Seifen, welche Wasserglas enthalten; von Fr. Storer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 168/Miszelle 8 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj168/mi168mi06_8

Ueber die Bereitung von Seifen, welche Wasserglas enthalten; von Fr. Storer.

In Folge der durch den amerikanischen Bürgerkrieg hervorgerufenen bedeutenden Preissteigerung des Kolophoniums sind die Seifenfabrikanten der Nordstaaten gezwungen, das Harz bei der Darstellung der ordinären Seifen durch eine andere Substanz zu ersetzen. Sie benutzen dazu das schon so oft als Surrogat für die Seife empfohlene kieselsaure Natron, bewirken aber die Vereinigung auf eine neue Weise. Sie setzen nämlich das Wasserglas zu der aus dem Kessel in die Form geschöpften noch heißen Seifenlösung und rühren hierauf das Ganze bis beinahe zum Erstarrungsmoment tüchtig durch einander. Von dem Wasserglas, welches eine Dichte von 35° Baumé hat, werden 25 bis 40, ja sogar 60 Proc. zu der Seifenlösung zugefügt; es ist aber zu einer völligen Vereinigung der Seife mit dem kieselsauren Natron durchaus nothwendig, daß das letztere möglichst mit Kieselsäure gesättigt ist (es enthält gewöhnlich auf 2 Aeq. Natron 5 Aeq. Kieselsäure), denn die Erfahrung hat gelehrt, daß sich von einem kieselsäurearmen Salz |464| nur eine kleine Menge mit der Seife innig vereinigt. Nach den bis jetzt vorliegenden Erfahrungen hat diese Wasserglasseife die Harzseife vollständig ersetzt, sie ist sogar in manchen Fällen der reinen Fettseife vorgezogen worden (so in einem Etablissement zum Reinigen wollener und halbwollener Gewebe). Sie besitzt, selbst bei einem Gehalt an Wasserglas von 60 Proc., ziemliche Consistenz, ist nicht klebrig wie die Harzseife, und frei von jenem unangenehmen Geruch, welchen die letztere bei einem etwas hohen Harzgehalt zeigt. Sie schäumt wie gewöhnliche Seife und ihre Wirkung beim Wasch- und Reinigungsproceß ist ihres Gehaltes an Fettsäuren halber nicht derjenigen des reinen Wasserglases gleich zu stellen. (Répertoire de Chimie appliquée, Januar 1863, S. 5; polytechnisches Centralblatt, 1863 S. 623.)

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