Titel: Platt's verbesserte Krempelmaschine.
Autor: Platt,
Richardson,
Holland,
Fundstelle: 1863, Band 169, Nr. V. (S. 17–19)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/ar169005

V. Verbesserte Krempelmaschine von Platt, Richardson und Holland.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die Figuren 6 und 7 stellen den wesentlichen Theil der Krempelmaschine im Grund- und Aufrisse dar. Zweck ihrer Anordnung ist, bei jedem Reißen des Bandes eine Ausrückung des Filettriebrades selbstthätig zu bewirken. Das Band 2 wird nämlich aus dem Topfe über einen Finger 3, der an einem um den Drehpunkt 5 oscillirenden kurzen Hebel sitzt, nach den Zuführungswalzen der Maschine hingeleitet. Der Hebel ist so angeordnet, daß er stets das Bestreben hat, sich in der Richtung des Pfeiles A zu drehen, an welcher Bewegung er aber durch die normale Spannung des Bandes gehindert wird. Unterhalb jenes kurzen Hebels befindet sich ein langer Hebel 7, der in 8 seinen Drehpunkt hat und nach |18| der Richtung des Pfeiles B durch einen Arm mit Gegengewicht abgelenkt wird, welcher Bewegung jedoch ein schräger Ansatz 10 auf der Welle 11 entgegenwirkt. Besagte Welle vermittelt zugleich den Betrieb der Zuführungswalzen 2 im Gestelle 1. Dadurch, daß der Hebel 7 fortwährend durch das Gegengewicht rückwärts gezogen wird, legt er sich fest gegen die schräge Fläche des Ansatzes 10 an und erhält in Folge dessen bei der Umdrehung desselben eine vibrirende Bewegung, so daß sein oberes Ende 10 unter einer am Finger 3 gebildeten Stufe hin und her schwankt. Das untere Ende des Hebels 7 wird von einer Stange 13 gehalten, welche durch eine Spiralfeder 14 in der Richtung des Pfeiles C gezogen wird. Das entgegengesetzte Ende der Stange 13, die sich in zwei Führungen am Gestelle bewegt, ist mit einem Hebel 15 verbunden, der sich um den Punkt 16 dreht; das entgegengesetzte Ende dieses Hebels legt sich in einem, mit dem Triebrade 17 verbundenen Muff ein und dieses Rad ist durch Nuth und Feder auf seiner Welle verschiebbar gemacht. Die Vorderseite des Rades 17 ist bei 18 conisch gestaltet und greift in eine ähnlich geformte Vertiefung in der Flanke 19 des Rades 20 ein, wodurch eine Frictionskuppelung hergestellt werden kann, deren Wirkung sich nach der Bewegung der Zugstange 13 regelt. So lange das Band 2 seine normale Spannung äußert, wird, wie schon bemerkt, der Finger 3 festgehalten und der Hebel 7 schwingt mit seinem oberen Ende unter der Stufe am Finger hin und her; sobald jedoch eine Dehnung des Bandes eintritt, oder dasselbe zerreißt, schlägt der Finger um und eine Nase am oberen Ende des Hebels 7 legt sich an die erwähnte Stufe an, so daß derselbe daran seinen Stütz- und Drehpunkt findet, wodurch er dann, bei der fortdauernden Wirkung des Ansatzes 10 auf den Hebel, gezwungen wird, unterhalb zu oscilliren. In Folge dessen überwindet er die Spannung der Feder am unteren Ende und die vorerwähnte Kuppelung wird gelöst, so daß das Filet zum Stillstand kommt. Um die Maschine nach erfolgter Vereinigung des Bandes wieder in Gang zu setzen, ist folgende Einrichtung getroffen: An der Seite des Hebels 7 befindet sich eine verschiebbare Schiene 21, die oberhalb bei 26 eine Führung in dem Hebel hat. Unterhalb der Schiene 21 ist ein Hebel 22 am Gestelle angelenkt, der durch eine Kette oder Schnur mit dem doppelarmigen Hebel 23, der bei 24 seinen Drehpunkt hat, verbunden ist. Am anderen Ende des Hebels 23 ist ein Fußtritt 25 befestigt, welcher niedergedrückt wird, sobald die Maschine wieder in Thätigkeit kommen soll; dadurch wird der Hebel 23 und mittelbar Hebel 22 bewegt, wodurch die Schiene 21 aufwärts geschoben wird und gegen den Finger 3 wirkt, den sie hebt, so daß der Hebel 7 oberhalb frei wird. Sobald dieß geschieht, zieht die Feder 14 das untere |19| Ende des letzteren Hebels und somit auch die Zugstange 13 an, wodurch wiederum die Einrückung der Kuppelung vor sich geht. (Deutsche Industriezeitung, 1863, Nr. 18.)

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