Titel: Oesterreichische Schießbaumwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 8 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi01_8

Oesterreichische Schießbaumwolle.

Man nehme Baumwollgarn und drehe es zu Schnüren von geeigneter Dicke, damit sie demselben Zweck entsprechen wie die Körner im Schießpulver. (Die Dicke dieser Schnüre kann nur durch Versuche festgestellt werden.) Die Baumwolle wird dann einige Minuten lang in Salpetersäure getaucht, welche in einem Gefäß von Steinzeug enthalten ist, ausgerungen und vollständig mit Wasser ausgewaschen, das man aus einem Rohr auf sie fallen läßt, welches in einer Höhe von mehreren Fußen über ihr angebracht ist. Alsdann wird sie ausgerungen und in einem auf 54° Cels. geheizten Raume getrocknet, wornach sie mit einem Gemisch von Salpetersäure von 1,52 spec. Gew., und Schwefelsäure von 1,14 spec. Gewicht behandelt werden kann. Diese Säuren werden in gleichen Quantitäten in einem Gefäß von Glas oder Steinzeug vermischt, und vierundzwanzig Stunden lang stehen gelassen; dann wird das präparirte Garn achtundvierzig Stunden lang in diese Mischung getaucht und gelegentlich umgerührt. Die Gefäße bleiben zugedeckt; hernach wird das Garn ausgerungen, mehrere Stunden lang in fließendem Wasser |78| gewaschen und wieder getrocknet. Alsdann taucht man es eine kurze Zeit in verdünntes Kali-Wasserglas, wornach es ausgerungen, wieder gewaschen und getrocknet wird, und nun verwendet werden kann. Diese Schießbaumwolle wird von Hrn. Reny in Wien fabricirt. Sie gibt nur wenig Rauch; auch explodirt sie nicht durch den Stoß, wie gewöhnliche Schießbaumwolle. (Chemical News, 1863, Nr. 175.)

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