Titel: Ueber krystallisirtes Natronhydrat; von Otto Hermes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 5 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi02_5

Ueber krystallisirtes Natronhydrat; von Otto Hermes.

Man hat bis jetzt die Zusammensetzung eines krystallisirten Natronhydrats nicht mit Sicherheit gekannt.

Berzelius gibt an, daß dasselbe aus einer concentrirten wässerigen Auflösung bei starker Kälte in vierseitigen Tafeln krystallisire, welche bei Erhöhung der Temperatur wieder schmelzen, und deren Wassergehalt nicht untersucht sey. Etwas Aehnliches sagt Leopold Gmelin.

Die ersten Krystalle eines krystallisirten Natronhydrats erhielt ich aus einer concentrirten Lösung desselben bei einer Temperatur von – 8° C. Bei fortgesetzten Versuchen gelang es mir, sie aus einer Natronlösung von dem spec. Gewicht 1,385 bei 0° zu erhalten. Die Krystalle schießen oft in bedeutender Größe an; sie bilden rhombische Prismen, sind glasartig, vollkommen durchsichtig und farblos. Schon bei einer Temperatur |156| von + 6° C. fangen sie an zu schmelzen, ziehen schnell Kohlensäure aus der Luft, langsamer Wasser an. Das bei 6° C. geschmolzene krystallisirte Natronhydrat hat das spec. Gewicht von 1,405. Es kann das Hydrat auch sehr rein aus Lösungen desselben erhalten werden, welche nicht rein sind, und schwefelsaures Natron und Chlornatrium enthalten.

Die Bestimmung des Wassergehaltes ergab für das krystallisirte Natronhydrat die Formel: NaO + 8 HO, welche 30,09 Proc. Natron verlangt.

Als die Krystalle sechs Wochen hindurch im luftleeren Raume über Schwefelsäure gestanden, hatten sie gerade die Hälfte des Wassers verloren und enthielten 4 Atome Wasser. (Poggendorff's Anualen der Physik, 1863, Bd. CXIX S. 170.)

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