Titel: Vortheilhafte Bereitung von Chromgelb und Chromroth; von Joseph Fanzoy in Klagenfurt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 6 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi02_6

Vortheilhafte Bereitung von Chromgelb und Chromroth; von Joseph Fanzoy in Klagenfurt.

Ich nehme 100 Pfd. Bleiglätte (Bleioxyd), gebe diese in einen hinreichend großen Trog, mische dann 10 Pfd. Kochsalz dazu, darauf bringe ich so viel warmes Wasser hinzu, daß Alles ein Brei wird. In beiläufig 24 Stunden bläht sich das Gemisch auf; man rührt es gut um. Ist es dicker geworden, so gibt man Wasser dazu, bis es die frühere Consistenz erreicht. Dieses wiederholt man so oft, bis der Brei ganz zersetzt ist, was man an seiner Weiße, die er bekommt, erkennt. Dieser Proceß ist bei einer Temperatur von 16 bis 18° R. in 4 bis 5 Tagen vollendet und das Gemenge ist in Chlorblei umgewandelt. Darauf gibt man 12 Pfd. Salpetersäure hinzu, rührt es gut um und läßt es einige Stunden in Ruhe. Dann bringt man eine gesättigte Alaunlösung in Wasser, welche 15 Pfd. Alaun enthält, dazu, und rührt nochmals gut um. Das Chlorblei hat sich jetzt in schwefelsaures Bleioxyd umgewandelt. Nach einigen Stunden bringt man dieses schwefelsaure Bleioxyd, ohne die Mutterlauge abzugießen, unter beständigem Umrühren, in eine Lösung von doppelt-chromsaurem Kali. Diese letztere soll nicht ganz concentrirt seyn, sondern man nimmt auf 1 Pfd. doppelt-chromsaures Kali 15 Pfd. Wasser.

Will man das Chromgelb von einer helleren Nüance haben, so gießt man die chromsaure Kalilösung ganz kalt und in kleinem Strahle, unter stetem Umrühren, zum schwefelsauren Bleioxyd, welches sich sogleich in schönes lichtes Chromgelb verwandelt.

Bei den übrigen Nüancen wird die Chromsalzlösung mehr oder weniger warm verwendet. Bei Orange nimmt man statt des Alauns kohlensaures Natron. Bei Chromroth gibt man unmittelbar in das Chlorblei ohne weitere Umstände eine concentrirte Lösung von doppelt-chromsaurem Kali und rührt es gut um; in 24 Stunden hat man das schönste Chromroth.

Zuletzt werden die Chromfarben entlaugt, ausgewaschen, das übrige Wasser durch Pressen entfernt, dann geformt und getrocknet. (Stamm's illustrirte Wochenschrift, 1863 S. 156.)

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