Titel: Conservirung des Holzes durch dünne Verkohlungsrinde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 16 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi03_16

Conservirung des Holzes durch dünne Verkohlungsrinde.

Die Wirkung der oberflächlichen Verkohlung des Holzes zur Erhaltung desselben besonders in feuchter Erde und im Wasser ist allgemein anerkannt, wie sich denn die Unzerstörbarkeit der Kohle im Wasser, in der Erde und an feuchter Luft durch Jahrtausende zu oft bewährt hat, als daß man sie in Abrede stellen kann, und im Vertrauen darauf legt man Kohlenstücke unter Rainsteine, daß sie ewiges Zeugniß über die Grenze abgeben; allein was die Anwendung der oberflächlichen Verkohlung des Holzes sehr beeinträchtigt, ist die Schwierigkeit einer streng begrenzten Verkohlung des Holzes selbst. Einen Holzpfahl kann man an dem unteren Ende leicht anbrennen, um seine Oberfläche zu verkohlen, aber wie dann eine Eisenbahnschwelle nach ihrer ganzen Oberfläche, oder ein Fußdielenbret oder eine Parkettafel, eine Schiffsplanke und sonst geschnittenes und behauenes Holz, welches durch die oberflächliche Verkohlung seine Form, seine scharfen Kanten nicht verlieren darf?

Nach einem Bericht von A. Brull in den Annal. forestières hat Hr. v. Lapparent ein zweckmäßiges Verfahren entdeckt, welches diese Art der Holzconservirung wieder in Aufnahme zu bringen und seine Anwendung ungemein auszudehnen scheint. Der Genannte wendet zur Verkohlung nicht die wilde Flamme des offenen Feuers, sondern die Flamme von Leuchtgas, Wasserstoffgas oder sonst von einem Brennstoffe an, deren Größe und Stärke man vollkommen in seiner Gewalt hat, um eine beliebig dicke Verkohlungsschicht an jeder Stelle des Holzstückes zu erzeugen.

Wenn man sich in Erinnerung bringt, daß man mit so geregelten Flammen die |238| Fasern von Baumwollengeweben abzusengen im Stande ist, ohne dem Stoff zu schaden, so erscheint diese künstliche Rindenverkohlung des Holzes auch leicht ausführbar.

Die conservirende Wirkung solcher dünn verkohlten Hölzer soll sich sehr gut bestätigt haben und ihre Anwendung auf Eisenbahnschwellen, Rebstöcke, Hopfenstangen, Zaunpfähle, für Schiffbauholz, Breterdielen, Wasserleitungsröhren, Wassertröge u.s.w. zeigt den Kreis, wohin sich der Nutzen dieser Erfindung ausbreiten kann. (Nach Stamm's illustrirter Wochenschrift, 1863 S. 141.)

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