Titel: Wiedergewinnung von Mangansuperoxyd aus den Rückständen von der Chlorfabrication, nach C. Binks und J. Macqueen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 4 (S. 231–232)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi03_4

Wiedergewinnung von Mangansuperoxyd aus den Rückständen von der Chlorfabrication, nach C. Binks und J. Macqueen.

Die von den Verfassern benutzte Methode besteht darin, die Lösung des Manganchlorürs durch eine Basis zu zersetzen und zugleich einen Strom von Luft durch die Flüssigkeit zu leiten, welche das sich ausscheidende Manganoxydul zu Mangansuperoxyd oxydirt. Die Reaction geht zwar schon in der Kälte von statten, sie wird indessen durch Erwärmung (der Lösung und der durchzuleitenden Luft) sehr beschleunigt.

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Man bringt zunächst die zur Zersetzung dienende Basis, Kalkmilch, in geringem Ueberschusse in die Reactionsbottiche, erhitzt durch Einleiten von Dampf, läßt Luft hindurch strömen und fügt hierauf die Manganlösung in kleinen Portionen zu. Die Zersetzung und Oxydation ist rasch vollendet. Man zieht die Lösung des Chlorcalciums ab, wäscht den Braunsteinniederschlag mit etwas Salzsäure aus und trocknet ihn. Man gibt der durchströmenden Luft eine Temperatur von 100–300° C., je nach der gewünschten Intensität der Reaction. Man kann auf gleiche Weise auch die übrigen wasserhaltigen oder wasserfreien Oxydationsstufen des Mangans in Mangansuperoxyd umwandeln. Auch die Bereitung desselben aus künstlichem kohlensauren Manganoxydul geht nach dieser Methode (bei einer Temperatur der durchstreichenden Luft von 268–300°) sicherer als durch die bisher angewendete Erhitzung bei Luftzutritt von statten.

Da das künstliche Mangansuperoxyd seiner feinen Zertheilung wegen das Chlor sehr rasch und stürmisch entwickelt, so hat man es durch starken Druck comprimirt. Man erreicht nach den Verfassern denselben Zweck, wenn man das Oxyd mit einer heißen gesättigten Salzlösung, z.B. Manganchlorür, durchfeuchtet; diese krystallisirt beim Erkalten und verkittet das Pulver.

Die Verfasser beschreiben schließlich noch eine zur Darstellung des Chlors taugliche chemische Reaction. Zersetzt man nämlich 1 Aeq. Manganchlorür durch 1 Aeq. gebrannte Magnesia in der oben für den Kalk beschriebenen Weise, und fügt hierauf noch 1 Aeq. Chlormagnesium hinzu, so erhält man eine Mischung von 1 Aeq. Mangansuperoxyd und 2 Aeq. Chlormagnesium. Diese gibt beim Eindampfen und Calciniren 2 Aeq. Magnesia und 1 Aeq. Manganchlorür unter Entwicklung von 1 Aeq. Chlor. Wird der Rückstand wieder der Behandlung mit heißer Luft unterworfen und hierauf 1 Aeq. Salzsäure hinzugefügt, so resultirt wieder das Gemisch von 2 Aeq. Chlormagnesium und 1 Aeq. Mangansuperoxyd. (Technologiste, September 1862, S. 627; polytechnisches Centralblatt, 1862 S. 1659.)

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