Titel: Nachweisung der Salpetersäure im Trinkwasser etc. mit Brucin; von R. Kersting.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 7 (S. 233–234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi03_7

Nachweisung der Salpetersäure im Trinkwasser etc. mit Brucin; von R. Kersting.

Bei Gelegenheit von Trinkwasserprüfungen fand ich folgende Form für obigen Zweck sehr vortheilhaft.

Das Brucin löste ich in 1000 Theilen Wasser. Von dieser Lösung goß ich 1 Kubikcentimeter in ein Champagnerglas, mischte 1 Kub. C. des zu prüfenden Trinkwassers hinzu, und ließ 1 Kub. C. concentrirte Schwefelsäure langsam, von der Wand aus durch die Mischung fließen, so daß sie sich unter das Wasser schichtete, wie bei der Salpetersäurereaction mit Eisenvitriol. Auf der Schwefelsäureschicht bildet sich bei Anwesenheit von Salpetersäure sogleich eine rosenrothe Zone von einer halben Linie Dicke; diese wird nach einer Minute am unteren Rande gelb und bleibt dann Stunden lang unverändert. Durch vorsichtiges Schütteln zeigt sich über der gelben Zone später von neuem eine Röthung.

Auf solche Weise behandelt, zeigte 1 Kub. C. Wasser mit 1/10000 Salpetersäure (d. i. 1/10 Milligramm) eine sehr deutliche Reaction. Selbst 1 Kub. C. Wasser mit 1/100000 NO⁵ gab eine zarte rosenrothe Zone, die sich deutlich zu erkennen gab durch |234| Nebenstellung einer ganz gleich behandelten Probe mit reinem Wasser. War hingegen 1 Millionstel NO⁵ zugemischt, so konnte man mit 1 Kub. C. Wasser keine Röthung mehr beobachten.

Bei meiner Untersuchung konnte ich anfangs keine ungeröthete Mischung von Brucin, Schwefelsäure und destillirtem Wasser erhalten. Es fand sich, daß alle drei Stoffe mit Salpetersäure verunreinigt waren. Ich reinigte nun jeden für sich. Das Wasser destillirte ich nochmals über Kali. Das Brucin wusch ich mit solchem Wasser mehrmals ab, um das leichter lösliche salpetersaure Salz zu entfernen. Die englische Schwefelsäure wurde mit etwa 5 Proc. kohlensaurem Ammoniak gemischt, und 3/4 davon in Glasgefäßen über der Weingeistlampe abdestillirt (etwa 1/4 Pfund).

Nun erst bekam ich eine farblose Mischung mit Brucin, welche bei Zusatz der genannten Mengen Salpetersäure sich röthete. (Annalen der Chemie und Pharmacie, 1863, Bd. CXXV S. 254.)

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