Titel: Bereitung von Schwefelcyanammonium und von Schwefelcyankalium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 14 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi04_14

Bereitung von Schwefelcyanammonium und von Schwefelcyankalium.

Schwefelcyanammonium – In eine starke Quartflasche bringt man:

Schwefelkohlenstoff 16 Unzen (gewogen)
Weingeist 12 (gemessen)
Ammoniakflüssigkeit (von 0,880 spec. Gew.) 36
Wasser, genug um die Flasche zu füllen.

Nachdem man die Substanzen in dieser Reihenfolge in die Flasche gebracht (nach jedem Zusatz ist gut umzuschütteln), verkorkt man die Flasche sehr gut und läßt sie in einer Temperatur von 32 bis 38° C. stehen, oder bis der Schwefelkohlenstoff gelöst ist; dieß wird durch Umschütteln erleichtert. Die dunkelorangegelbe Flüssigkeit wird in eine Retorte gegossen, und abdestillirt, bis sich Schwefel ausscheidet; jetzt wird die Flüssigkeit in eine Abdampfschale gegossen und Schwefelsäure hinzugesetzt, bis die Mischung sich gegen Lacmuspapier entschieden sauer verhält. Man läßt etwa zwei Stunden stehen, damit sich der Schwefel ausscheiden kann, filtrirt darauf die Flüssigkeit, und neutralisirt den Ueberschuß |320| durch Ammoniak. Nun dampft man die Flüssigkeit vorsichtig zum Krystallisiren ein, und erhält auf diese Weise ganz reines Schwefelcyanammonium.

Den verbrauchten Weingeist kann man durch Destillation wieder gewinnen und aufs Neue benutzen. J. Reynolds.

Schwefelcyankalium wird bereitet, indem man 184 Theile Ferrocyankalium (aus dem das Krystallwasser durch Erhitzen ausgetrieben wurde), 128 Theile Schwefel und 69 Theile reines kohlensaures Kali in einem Mörser gut mischt, darauf in einem bedeckten eisernen Topf allmählich bis zur Rothglühhitze erhitzt. Nach dem Erkalten kocht man die Masse in destillirtem Wasser und filtrirt. Das Schwefelcyankalium ist in Lösung, Schwefeleisen bleibt auf dem Filter. Beim Abdampfen der Lösungen bilden sich farblose, prismatische Krystalle. Im reinen Zustand ist dieß Salz nicht giftig. G. Dawson. (Photographisches Archiv, August 1863, S. 180.)

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