Titel: Chemische Untersuchungen über die Verwitterung der Steinkohlen, von Grundmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 16 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi04_16

Chemische Untersuchungen über die Verwitterung der Steinkohlen, von Grundmann.

Diese Untersuchungen im Großen und im Kleinen mit oberschlesischen Stück- und Kleinkohlen haben zu folgenden, für die Praxis wichtigen Resultaten geführt:

a) Das specifische Gewicht der Kohlen hat sich nicht verändert, während der Gehalt an hygroskopischem Wasser um Weniges zugenommen hat. b) Bei Zunahme des Aschengehaltes erlitten Kleinkohlen nach Monatlicher Lagerung an 58 Proc. Gewichtsverlust durch Verwitterung, indem durch Eintritt eines Verwesungsprocesses gasförmige Producte entweichen; namentlich nimmt der Kohlenstoff- und Sauerstoffgehalt, weniger der Wasserstoffgehalt ab. Durch Oxydation des Schwefelkieses kann eine Gewichtszunahme stattfinden, welche aber durch den Verlust an organischen Bestandtheilen weit aufgewogen wird. Die Erhöhung der Temperatur in großen Haufen befördert die Verwitterung, deßgleichen die Einwirkung atmosphärischer Niederschläge. Stückkohle verwittert weniger leicht als Kleinkohle. c) Die procentische Zusammensetzung der aschenfreien Bestandtheile ist bei rohen und verwitterten Kohlen nahe dieselbe, wegen höheren Aschengehaltes haben aber letztere einen geringeren Brennwerth. Wenn man in der Praxis mit einer ziemlich verwitterten Kohle im Allgemeinen dieselben Brennwerthe erreicht, wie mit frischen, so hat dieß darin seinen Grund, daß von den ersteren aschenreicheren in der Regel weniger Unverbranntes durch den Rost fällt, als von aschenarmen Kohlen, letztere auch wegen backenderer Eigenschaften die Aufmerksamkeit des Heizers mehr in Anspruch nehmen, als verwitterte, welche an backender Eigenschaft verloren haben. d) Zur möglichsten Verhütung von Verwitterungsverlusten empfiehlt es sich in der Praxis, die Kohlen lufttrocken in mit Luftzügen im Innern versehene Haufen zu bringen und diese durch ein Dach gegen atmosphärische Niederschläge zu schützen. (Preußische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1862, Bd. X, Lieferung 4, S. 326.)

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