Titel: Simmolet's Fabrication von Scheren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 1 (S. 394–395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi05_1

Simmolet's Fabrication von Scheren.

Bis jetzt werden die Scheren meist in sehr roher Art und fast allein mit Handarbeit angefertigt. Ein dünnes und schmales Stahlstück wird auf dem Ambos durch Hämmern in die annähernde Form eines Scherenblattes gebracht. Das Ende, welches den Handgriff bilden soll, wird platt gehämmert, dann ein Loch mit einer Punze durchgestoßen und das erhaltene Loch nun zum Griff erweitert. Die Hauptarbeit, um eine gute, schön geformte und verzierte Schere herzustellen, fällt dem Feiler und Schleifer zu.

Der Franzose Simmolet hat dieses Verfahren wesentlich verbessert und vereinfacht. Zuerst werden aus einem breiten Stahlstabe passende Stücke ausgeschnitten, die schon die äußeren Umrisse der Scherenform zeigen. Hierauf wird aus dem Handgriff auf ähnliche Art ein rundes Stück ausgestoßen, und das so erhaltene Loch durch Eintreiben eines conischen Metallstücks erweitert. Endlich wird das erhitzte Stahlstück auf ein genau gearbeitetes Gesenke gebracht, dessen obere Hälfte an dem Hammerkopf eines starken Dampfhammers befestigt ist. Ein einziger Schlag desselben genügt, um nicht allein das Scherblatt in genauer Form herzustellen, sondern auch dasselbe in viel gleichmäßigerer und stärkerer Art zu verdichten als dieß durch Handhämmer möglich ist. (Ohne diese Compression würden die Scheren nicht genügende Härte und Elasticität zeigen.) Die Ornamentation |395| der Scheren ist durch passende Gesenke leicht hervorzubringen. Dem Feiler und Schleifer bleibt fast nichts mehr zu thun übrig. Die Scherenblätter, welche auf diese Art erzeugt sind, stimmen auf das genaueste mit einander überein. Die Scheren selbst können nach der neuen Methode viel billiger und besser als bisher hergestellt werden. (Breslauer Gewerbeblatt, 1863, Nr. 16.)

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