Titel: Ueber das Thallium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 11 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi05_11

Ueber das Thallium.

William Crookes hat in der Sitzung der Royal Institution am 27. März 1863 einen Vortrag mit Experimenten über das neue Metall Thallium gehalten, in welchem er die Geschichte seiner Entdeckung und seine Eigenschaften darlegte und daraus Schlüsse auf seine Anwendbarkeit zog. Es kommt in nicht unbeträchtlicher Menge in Schwefelkiesen vor und läßt sich bei der |399| Schwefelsäure-Erzeugung aus Schwefelkiesen gewinnen, indem man es aus den Dämpfen auf dem Wege in die Bleikammern mit dem Arsenik und Quecksilber ausscheiden kann. Wohl sind in der Tonne (20 Zollcentner) nur 10 engl. Unzen (16 2/10 Wiener Loth) Thallium enthalten; da aber in mancher Schwefelsäurefabrik 8 bis 10 Tonnen Kiese täglich verarbeitet werden, so läßt sich das Thallium leicht auch centnerweise gewinnen. Das Thallium gehört zu den schweren Metallen, denn es hat ein specifisches Gewicht von 11,9, ist also etwas schwerer als Blei, mit dem es auch die Weichheit und Dehnbarkeit, aber geringe Ziehbarkeit zu Draht gemein hat. Es ist weiß und hat vollkommenen Metallglanz. Es färbt auf Papier, als Griffel gebraucht, wie Blei, aber mit einer gelblichen Farbe ab. Seiner magnetischen Eigenschaft nach steht es dem Wismuth am nächsten.

Die Frage endlich: Wozu ist das Thallium zu verwenden? beantwortet Crookes dahin, daß es im reinen Zustande wenig Verwendbarkeit finden wird, weil es dem atmosphärischen Einfluß zu sehr unterliegt. Es schmilzt bei 288° Cels., verdampft bei der Rothglühhitze und überzieht sich an der atmosphärischen Luft bald mit einer gelben Oxydhaut; allein zur Legirung anderer Metalle wird es nützliche Verwendung finden und in der Pyrotechnik wird es zu grünen Färbungen bald ein gesuchter Artikel werden. (Die neuesten Erfindungen.)

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