Titel: Ueber die Herstellung der Streckcylinder für Spinnereimaschinen; von W. Weild in Manchester.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 3 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi05_3

Ueber die Herstellung der Streckcylinder für Spinnereimaschinen; von W. Weild in Manchester.

Die parallel zur Achse gerichtete Riffelung der gewöhnlichen Streckcylinder drückt sich allmählich in die weiche Oberfläche der Obercylinder ein und ertheilt derselben ebenfalls eine gewisse Riffelung. Dieß hat zur Folge, daß die Fasern bei ihrem Durchgange zwischen den Cylindern unregelmäßig gestreckt oder zerrissen werden, das aus den Streckbändern gefertigte Garn also ebenfalls Unregelmäßigkeiten in seiner Stärke annimmt. Der Verfasser umgeht diesen Uebelstand dadurch, daß er die Riffeln der Streckcylinder schief gegen deren Achse einschneidet, also die Riffeln in steile Schraubenwindungen verlegt. Auch sein Verfahren bei der Herstellung solcher Cylinder weicht von dem gewöhnlichen ab. Während nämlich gewöhnlich die Riffeln eingehobelt werden, wobei sie einen Grath annehmen, der nur durch eine zeitraubende Handarbeit beseitigt werden kann, bedient sich Weild eines Rändelwerks. Dasselbe besteht aus einer Rändelgabel mit einem schmalen stählernen Rändelzahn, dessen Profil dem Profil der herzustellenden schraubenförmig gewundenen Riffeln entspricht. Dieser Stahl wird vermittelst eines Gewichts, das hinreichend schwer ist, um ihn in die Oberfläche des Cylinders einzudrücken, gegen das eine Ende des Cylinders angepreßt, und während der Cylinder in ununterbrochener Drehung erhalten wird, allmählich der Länge desselben nach verschoben, bis die Riffelung über die ganze Länge eingepreßt ist. Dieses Rändelverfahren geht sehr schnell vor sich und bedarf keiner Nacharbeit, sondern der Cylinder ist vielmehr, sobald er demselben unterlegen hat, sofort zur Benutzung fertig. Als Material zu den Cylindern empfiehlt Weild den Bessemer-Stahl, und zwar vorzugsweise für die Cylinder von kleinem Durchmesser, wie man sie jetzt für die Bearbeitung der kurzen Baumwollsorten braucht. (Mechanics' Magazine, Mai 1863, S. 359; polytechnisches Centralblatt, 1863 S. 1028.)

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