Titel: Verbesserte Kunstgießerei, von H. Jacob Fehr in Augsburg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 5 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi05_5

Verbesserte Kunstgießerei, von H. Jacob Fehr in Augsburg.

(In Bayern patentirt gewesen.)

Man zeichnet den zu fertigenden Gegenstand auf Holz und schneidet denselben genau nach der Zeichnung aus. Nachdem das Modell auf diese Weise ausgeschnitten, wird dasselbe mit kochendem Schweinefett bestrichen, das überflüssige Fett mit einer Bürste oder einem Pinsel beseitigt. Sobald dann das so vorgerichtete Modell mit einem Rahmen |397| umgeben ist, begießt man dasselbe mit kaltem Wasser, rührt nachher gut gebrannten Gyps zu einem dünnen Brei an, gießt denselben in den Rahmen, welcher auf dem Modell liegt, schüttet das überflüssige Wasser ab, und läßt den Gyps hart werden. Nachdem der Gyps angezogen hat, hebt man die Form sorgfältig von dem Modell ab und bringt sie in einen eisernen Rahmen, mauert letzteren fest und trocknet ihn bei Glühhitze; alsdann wird die glühende Form zwischen zwei mit feuerfester Erde bestrichene Breter festgeschraubt und das flüssige Metall eingegossen. Nach dem Erkalten macht man die Kette los, schlägt behutsam die Form aus dem eisernen Rahmen, reinigt den Guß von dem Gyps, sägt ihn von einander, und bearbeitet denselben erst als Hauptmodell, welches die eigentliche schwierigste Hauptarbeit ist. Dieses metallene Modell wird, jeder Buchstabe, jede Figur, jede nur bestehende Erhöhung, oben, an den Seiten, inwendig und im Grund rein geschliffen und polirt. Ist dieses geschehen, dann wird die Zeichnung mit dem Guß verglichen und regulirt. Auf solche Weise bearbeitete Modelle sind nun vollendet und geeignet, daß man sie in Sand und Lehm abformen, und in allen Metallen, als Zinn, Zink, Composition, Eisen, Messing, Bronze und Silber schön rein abgießen kann.

Auch für galvanoplastische Zwecke sind diese nach oben beschriebener Methode gefertigten Modelle sehr geeignet, insbesondere für Metallplatten von chemisch reinem Kupfer mit erhabenen Schriften aller Art, welche die schönste Vergoldung annehmen; für Abgüsse von Zinn und Compositionsmetallen; für Abgüsse von Wachs, Siegellack, Thonerde, Zuckerteige, wenn die Modelle versilbert sind. (Bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, 1863 S. 405.)

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