Titel: Ueber die Umwandlung des weichen Eisens in krystallinisches Eisen, von Lewis Thompson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 10 (S. 474–475)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi06_10

Ueber die Umwandlung des weichen Eisens in krystallinisches Eisen, von Lewis Thompson.

Es ist bekannt, daß das weiche, geschmeidige Eisen, wenn man dasselbe längere Zeit hindurch Stößen, Schlägen, Erschütterungen aussetzt, krystallinisch und brüchig wird und seine frühere Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit einbüßt; dieß war öfters die Veranlassung zu Unglücksfällen (Bruch von Achsen, Zerreißung von Dampfkesseln u.s.w.).

Ein Barren besten schwedischen Eisens von 6,35 Millim. Dicke, der bei einer Belastung von 163,4 Kilogr. gebogen, bei 136 Kilogr. aber nicht verändert wurde, zerbrach bei einer Belastung von 152,4 Kilogr. (bei einem zweiten Versuche von 124,7 Kilogr.) als er 6 Wochen lang bei horizontaler Lage 32 Hammerschläge per Minute erhalten hatte; wurden die Hammerschläge in der Richtung der Längsachse ertheilt, so genügte ein Gewicht von 113,4, beziehentlich 121,1 Kilogr. zum Zerbrechen. Die größere Abnahme der Festigkeit bei den letzteren Versuchen schreibt der Verf. einer Einwirkung des Erdmagnetismus zu, da ein ähnliches Verhältniß bei den bis zum Kochpunkt des Quecksilbers erhitzten Eisenstäben nicht zu bemerken war; hier genügte nach dreiwöchentlicher Bearbeitung eine Belastung von 93,9, beziehentlich 96,1 Kilogr., je nachdem der Eisenstab senkrecht gegen die Längsachse oder in der Richtung derselben geschlagen worden war.

Der Verf. hat ferner versucht, durch Zusatz eines anderen Metalls das Bestreben der Eisenatome zur Umlagerung zu vermindern, und er hat durch Beimischung von 1 Proc. chemisch reinen (nicht käuflichen) Nickels gute Erfolge erzielt.82) Der Zusatz dieses |475| Metalls erfolgte vor dem Puddelproceß, und es schien dem Verf., als wenn dadurch zugleich die Verbrennung des Kohlenstoffs erleichtert würde.

Nachdem der Verf. noch erwähnt, daß wahrscheinlich auch das Vanadin eine gleiche Wirkung auf das Eisen wie das Nickel besitzen möchte, weil nach einer Notiz von Berzelius der Entdecker dieses Metalls, Sefström, dasselbe in einem Eisen von außerordentlicher Dehnbarkeit und Weichheit auffand, daß jedoch das genannte Metall seiner Seltenheit wegen nicht verwendbar sey, fordert er zu mehrseitigen Versuchen über diesen für die Technik so wichtigen Gegenstand auf. (Technologiste, Juni 1863, S. 450; polytechnisches Centralblatt, 1863 S. 1172.)

|474|

Bekanntlich hat schon Armstrong das Nickelmetall zu diesem Zwecke in Vorschlag gebracht (polytechn. Journal Bd. CLVIII S. 416); man vergl. in dieser Hinsicht die Bemerkungen von Dr. Gurlt im polytechn. Journal Bd. CLX S. 131.

A. d. Red.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: