Titel: Eine neue Art elektro-magnetischer Kraftmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 2 (S. 470)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi06_2

Eine neue Art elektro-magnetischer Kraftmaschinen.

Alle Erfinder solcher Maschinen haben bisher die Hauptschwierigkeit darin gefunden, daß die Anziehungskraft der Magnete, so groß sie bei unmittelbarer Berührung auch seyn mag, sich bei irgend größeren Entfernungen ungemein schnell vermindert. Um diesem Uebelstande einigermaßen zu begegnen, hat man meistentheils die einander anziehenden Flächen in einem sehr spitzen Winkel gegen einander wirken lassen, oder auch wohl conisch geformt, um so einen einigermaßen größeren Weg der bewegenden Theile zu erzielen. Im Portefeuille economique de Machines findet sich eine neue sinnreiche Idee angegeben, um diesen Zweck zu erreichen. Dieser contracteur electrique ahmt gewissermaßen die Wirkungen des thierischen Muskels nach, dessen Verlängerung und Verkürzung ebenfalls von der Ausdehnung und Zusammenziehung einer großen Anzahl einzelner Muskelfasern abhängt. Man nehme schmiedeeiserne Scheiben, in welche man auf beiden Endseiten tiefe und breite Furchen eindreht, in welche nun die isolirten Kupferdrahtwindungen, welche der Strom durchläuft, zu liegen kommen. Sobald der Strom geschlossen ist, verwandeln sich diese Scheiben in starke Magnete. Legt man eine Anzahl solcher Scheiben übereinander, indem man sie durch 1 Millimeter dicke Scheiben von vulcanisirtem Gummi trennt und auf eine centrale Achse aufschiebt, so werden in dem Momente, wo der Strom die Kupferdrahtspiralen durchläuft, die Scheiben sich einander anziehen (?!), indem sie die Gummiringe kräftig comprimiren. Bei Unterbrechung des Stroms dagegen wird der Gummi seine Elasticität wieder geltend machen und die Scheiben trennen. Legt man 200 solcher Scheiben übereinander und läßt dieselben nur 1/2 Millimeter von einander abstehen, so wird man dadurch doch eine Zusammenziehung resp. Ausdehnung von 1 Decimeter (circa 1/2 Fuß erzielen, was genügt, um mittelst Kurbel etc. ein Schwungrad in Bewegung zu setzen. Jedenfalls eine Idee, die näheres Studium verdient. Dr. H. Schwarz. (Breslauer Gewerbeblatt, 1863, Nr. 18.)

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