Titel: Steinbohren mit Diamant.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1863, Band 169/Miszelle 4 (S. 472)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj169/mi169mi06_4

Steinbohren mit Diamant.

Das Steinbohren mit Diamant hat neuerdings der Genfer Uhrmacher Leschot in praktisch nutzbarer Weise ausgeführt. Im Tunnelbau fällt (besonders beim Bohren auf gewöhnliche Weise) die Bearbeitung mancher Sandsteinarten sehr schwer, weil dieselben sehr elastisch sind und den Bohrer zurückwerfen. L. versuchte zu diesem Zwecke die Benutzung des schwarzen brasilianischen Diamanten, mit welchem ausschließlich die Rubine der Uhren bearbeitet werden und der sehr zäh ist. Er nietete ein Stück in einen schmiedeeisernen Ring ein und stellte so einen Kranzbohrer her, der mittelst eines Getriebes schnell umgedreht wurde, wobei gleichzeitig Wasser zuströmte, um das Bohrloch rein zu erhalten. Auf diese Weise gelang es einen cylindrischen Kern von etwa 1 1/2'' Durchmesser aus dem Gestein heraus zu bohren, der von Zeit zu Zeit abgebrochen wird, um das Nachdringen des Bohrers möglich zu machen. Während nach der alten Bohrmethode zwei Arbeiter zwei Tage lang zubrachten, um ein Loch von diesem Durchmesser bis zu 6 bis 7' Tiefe ins Gestein hinein zu arbeiten, wurde dasselbe mit dem Diamantbohrer in 1 Stunde fertig gebracht, ohne daß sich der Diamant bemerkbar abnutzte, wonach das Verfahren billig ist; nur schade, daß der schwarze brasilianische Diamant immer seltener und deßhalb theurer wird; vor Jahresfrist kostete das Karat in Genf 6, jetzt 12 Fr. Es soll sich bereits eine Gesellschaft gebildet haben, das neue Verfahren im Großen auszunutzen. (Deutsche Industriezeitung, 1863, Nr. 36.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: