Titel: Schultz's Patent-Maischpumpe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1864, Band 171, Nr. XXVI. (S. 118–119)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj171/ar171026

XXVI. Die Patent-Maischpumpe der Maschinenfabrik Gebrüder Schultz in Mainz.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Seit einigen Jahren wird in der Maschinenfabrik zu Mainz eine Art Maischpumpe gebaut, welche sich in vielen Brauereien Eingang verschafft hat.

Diese Pumpe ersetzt durch ihre Arbeit wenigstens zwei andere. Der Erfinder, C. Schultz, hat damit folgende Zwecke erreicht:

1) die Maischflüssigkeit (ohne Anwendung der vielen oft zerstreut liegenden Hahnen, welche zu Irrthum Anlaß geben) von der Pfanne nach der Maischbütte zu bringen (oft liegt jedoch die Pfanne so hoch, daß die Flüssigkeit frei nach der Bütte abfließen kann);

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2) die Maischflüssigkeit von der Maischbütte nach der Pfanne zu schaffen;

3) die geläuterte Flüssigkeit aus dem Grant (Troge) nach der Pfanne zu heben und

4) die fertige Würze auf die Kühlschiffe zu treiben.

Die wesentliche Einrichtung dieser Maischpumpe ist folgende:

A, A, Fig. 17, cylindrisch gebohrter Pumpenkörper, mit geliedertem Kolben E, der Pumpenkörper oben ganz offen; B, B conisches Gehäuse, unten ganz offen, mit vier Mündungen zum Anbringen der vier Rohre.

In diesem Gehäuse befindet sich ein hohler conischer Körper C, C, welcher durch Wände abgetheilt ist und zwei Klappen, nämlich a zum Saugen und b zum Drücken, trägt. Ein Bügel D, D ist an dem Körper B, B fest angebracht, um mittelst Schraube e den drehbaren Conus C, C passend anzudrücken; außerdem ist ein Zahnkranz g, g an C befestigt, um mittelst eines Triebes den Conus C zu verstellen (wie in Fig. 19 ersichtlich ist).

Aus dem Horizontalschnitt Fig. 18 ist eine Stellung des Conus C wahrnehmbar, bei welcher bei der Bewegung des Pumpenkolbens E das Rohr 2 als Saugrohr dient, das Rohr 1 aber das Druckrohr. Wird der Conus C um 180° gedreht, so wird das Rohr 1 Saugrohr und das Rohr 2 Druckrohr. Durch diese leichte Verstellung des Conus ist die Operation des Verbringens der Maische von der Pfanne nach der Maischbütte und aus der Maischbütte nach der Pfanne außerordentlich einfach, wie dieß durch das bayerische Brauverfahren bedingt wird. In ähnlicher Weise kann der Conus eine dritte Stellung einnehmen, so daß das Rohr 3 zum Saugen und das Rohr 4 zum Drücken dient; ebenso kann bei einer vierten Stellung das Rohr 4 zum Saugen und das Rohr 3 zum Drücken dienen. – Man bemerkt noch, daß der Bügel D zum bequemen Abnehmen gerichtet ist, so daß der Conus in sehr wenig Zeit herausgenommen werden kann.

Aus Fig. 19, welche mit Handbetrieb dargestellt ist, wird die ganze Aufstellung ersichtlich.

Verschiedene Zeugnisse erkennen den praktischen Werth dieser Pumpe an, welche zur Instandhaltung nur Reinlichkeit erfordert.

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